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Wiesenpieper. Die lustig-traurige Geschichte eines Pechvogels von Wolfgang Held
Autor:
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Preis E-Book:
6.99 €
Veröffentl.:
24.03.2013
ISBN:
978-3-86394-976-1 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 166 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Humorvoll, Belletristik/Krieg & Militär, Kinder-und Jugendbuch/Humorvolle Geschichten, Kinder-und Jugendbuch/Geschichte/Militär und Kriege, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Schikane, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Selbstwertgefühl und Selbstständigkeit
Belletristik: Humor, Kriegsromane, Kinder/Jugendliche: Historische Romane, Kinder/Jugendliche: Lustige Romane, Kinder/Jugendliche: Gegenwartsliteratur, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Mobbing, Gewalt, Missbrauch und Gruppenzwang
Tollpatsch, NVA, DDR, Pechvogel, Selbstbewusstsein, Schabernack, Dorfclown
12 - 99 Jahre
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Ein anderes Mal traf der von ihm getretene Fußball nicht etwa bloß eine Fensterscheibe, die ja leicht zu reparieren gewesen wäre, sondern knallte gegen den Kopf eines Maurers, warf den erschrockenen Mann vom Gerüst und verursachte bei ihm zwei gebrochene Rippen.

Vor der Jugendweihe im Saal der Dorfkneipe hatte Frau Ritter ihrem Sohn eine sehr höfliche und tiefe Verbeugung beigebracht. Er sollte sich damit wohlerzogen für die Glückwünsche und den Händedruck des Bürgermeisters bedanken. Aufgeregt und bemüht, auch der mit Uli in der sechsten Reihe sitzenden Mutter eine Freude zu machen, hatte er im feierlichen Augenblick den Kopf weit nach vorn geworfen und völlig unbeabsichtigt den gewölbten Bauch des Bürgermeisters derart kräftig gerammt, dass der verdutzte Amtsträger rückwärts taumelte. Er stürzte von der Bühne herab zwischen die zur Zierde aufgestellten Grünpflanzen, wobei ihm glücklicherweise außer dem Gejohle der Zuschauer sowie ein paar blauen Flecken am Rücken und etwas weiter unten keine schlimmeren Unannehmlichkeiten widerfahren waren.

Und so war es all die Jahre hindurch weitergegangen.

Besonders lange hatte man in Bruselfeld über das Missgeschick gelacht, das dem Wiesenpieper passiert war, als er schon das Facharbeiterzeugnis besaß und in der LPG-Fahrzeugwerkstatt arbeitete.

Auf der Probefahrt mit einem gerade erst reparierten Traktor hatte er versehentlich den Rückwärts- anstelle des Vorwärtsganges eingelegt und war, ehe er recht begriff, was geschah, in voller Fahrt durch das Schaufenster der neuen Konsumkaufhalle gedonnert, hatte Regale samt Nudeltüten, Keksschachteln und Waschpulverpaketen überrollt, bevor er das knatternde, tonnenschwere Ungetüm endlich am Molkereiwarenstand inmitten einer Fontäne aus Milch, Quark und Käse zum Stehen bringen konnte.

Die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens zerstörte einen Traum. Felix nahm damals Abschied von dem Wunsch nach einem eigenen Motorrad, behielt nur noch zwei Mark und fünfzig Pfennig auf seinem Sparbuch und zahlte darüber hinaus noch ein paar Monate lang ein gehöriges Sümmchen von seinem Lohn an den Konsum.

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