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Hilles letzte Wanderung. Erzählungen von Albrecht Franke
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Preis E-Book:
6.99 €
Veröffentl.:
14.02.2016
ISBN:
978-3-95655-615-9 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 114 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Biografisch, Belletristik/Politik
Biografien: allgemein, Biografien: Literatur, Biografischer Roman, Deutschland, Zwischen den Weltkriegen (1919 bis 1939 n. Chr.)
Peter Hille, Georg Heym, Georg Trakl, Theodor Däubler, Paul Zech, Expressionismus, Dichter, Faschismus, Nationalsozialismus, Krankheit, Tod, Suizid
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In diesen fünf sehr intensiven und kunstvoll geschriebenen Erzählungen, die erstmals 1983 im Union Verlag Berlin erschienen waren, widmet sich Albrecht Franke fünf Künstlerbiographien von ihrem Ende her. Der Autor schreibt über Peter Hille und über Georg Heym, über Georg Trakl, Theodor Däubler und über Paul Zech – allesamt expressionistische Dichter.

In der ersten Geschichte haut Hille ab, so erbärmlich er auch aussieht. Er braucht Luft, frische Luft. Er will wieder unterwegs sein und das Gefühl von Freiheit und Ungebundensein auskosten. Neuer Lebensmut scheint ihn ergriffen zu haben. Er will etwas aufschreiben, wird aber vom Gendarmen mit Pickelhaube davongejagt. Auch der Absinth scheint ihn zu beleben, ihn und seine Erinnerungen. Noch einmal ziehen die Stationen seines Lebens vorbei. Er will weg, mit der Eisenbahn fahren, kauft eine Fahrkarte …

In der „Doppelschleife“ geht es um den Tod des jungen Dichters Georg Heym alias Hanswurst Robespierre, der am 16. Januar 1912 beim Schlittschuhlaufen auf der Havel ins Eis ertrinkt. Er wollte anders werden als die anderen alle und war für seinen Vater, den Hermann Heym, nicht mehr als ein Gedichte schreibendes und aufsässiges Ärgernis. Als er bei dem Versuch starb, seinen ins Eis eingebrochenen und ertrinkenden Freund Ernst Balcke zu retten, war Heym gerade mal 25 Jahre alt.

Zu Beginn der Erzählung „Purpurner Schlaf“ wird der Medikamentenakzessist Georg Trakl am 8. Oktober 1914 aus dem Reservespital in Wadowice zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes in das Krakauer Garnisonsspital Nummer 15 überführt. Jetzt bemächtigte sich seiner die k. u. k. Verwaltungsmaschine mit grausamer Gründlichkeit. Aber es passiert unerwarteterweise kaum etwas – nach allem, was vorher geschehen war. Nachts lag Trakl gewöhnlich schlaflos und schrieb einige Gedichte. Und hatte er vielleicht heimlich Rotwein getrunken? Sein Bursche war dem Sanitätsleutnant auch im Spital geblieben.

Die vierte Erzählung „Däubler ist in Sankt Blasien“ startet an einem schwülen Augusttag des Jahres 1933. Nach einer zermürbenden Eisenbahnfahrt steigt ein japsender und vor Schwäche zitternder Theodor Däubler in Sankt Blasien im Schwarzwald aus dem Postomnibus. Hier soll sich der 57-Jährige in einem Sanatorium melden. Viel Zeit dürfte er nicht mehr haben. Es bleibt nur noch ein Manuskript, das fertigzustellen ist. Sankt Blasius wird seine letzte Lebensstation werden.

Die letzte der fünf Erzählungen, „Fluchtstation“, gilt Paul Zech. Er geht durch Prag und denkt zurück – zum Beispiel an den bösen Berliner Sommer 1933, an die Haft und an die Misshandlungen in Spandau. Und wie wird er überhaupt in Prag zurechtkommen? Ist er hier eigentlich in Sicherheit? Und er will wieder schreiben, ganz neue, unbekannte Töne zum Klingen bringen. Aber was ist mit den Herzstichen? Bevor er Prag verlässt, muss er unbedingt einen Arzt konsultieren.

Hilles letzte Wanderung. Erzählungen von Albrecht Franke: Rezension