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Wie löst die Planwirtschaft die Probleme der Marktwirtschaft? von Sören Pekrul
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Preis E-Book:
0.99 €
Veröffentl.:
01.04.2026
ISBN:
978-3-68912-659-9 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 83 Seiten
Kategorien:
COMPUTER / Künstliche Intelligenz / Allgemein, Arbeit und Arbeitsbeziehungen, Politische Ideologien/Kapitalismus, Politische Ökonomie, Politikwissenschaften / Kommunismus, Post-Kommunismus & Sozialismus
Wirtschaftspolitik, politische Ökonomie, Verhaltensökonomie
Planwirtschaft, Sozialismus, Kapitalismuskritik, Marktwirtschaft, Klimakrise, Ungleichheit, Rätedemokratie, Ressourcenverteilung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftssysteme, Gesellschaftskritik, Demokratische Planung, Arbeiterklasse, Innovation, Gemeineigentum, Systemkritik, Zukunftsvision, Ökonomie, Krisenanalyse, Politische Theorie
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Als Argument gegen den Sozialismus wird oft angeführt, dass er nicht funktionieren könne, weil der Mensch faul, egoistisch und gierig sei. Wenn alle alle Produktionsmittel besäßen, würde niemand mehr arbeiten. Jeder würde sich auf die anderen verlassen.

In dem Artikel „Ist die Gesellschaft, wie sie ist, weil der Mensch so ist?“ gehen wir dieser Frage nach und kommen zu dem Ergebnis, dass es in erster Linie die Produktionsverhältnisse und die damit verbundenen ökonomischen Zwänge sind, die gesellschaftlich relevantes menschliches Handeln bestimmen.

Historische und anthropologische Beispiele zeigen, dass Kooperation und Gemeineigentum nicht nur möglich, sondern über lange Zeiträume die Grundlage aller Gesellschaften waren. In frühen Stammesgemeinschaften ohne Klassen und Staaten finden sich zahlreiche Modelle, in denen individuelle Gier nicht das treibende Prinzip war. Diese Beispiele, die es auch heute noch in manchen Gegenden der Welt gibt, widerlegen die Behauptung, Egoismus und Konkurrenz seien tief in der menschlichen Natur verankert. Vielmehr sind es die spezifischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die diese Verhaltensweisen fördern oder unterdrücken.

Das Erbe und die Nachwirkungen von Jahrtausenden der Klassengesellschaft darf man jedoch nicht ignorieren. Gerade der Kapitalismus belohnt Gier und Egoismus wie keine andere Klassengesellschaft. Es ist wichtig zu erkennen, dass das kapitalistische System nicht nur bestimmte Verhaltensweisen belohnt, sondern diese auch aktiv hervorbringt. Die Warenform und die Konkurrenz zwingen die Individuen dazu, ihre eigene Existenz gegen andere durchzusetzen – ein Verhalten, das in einem anderen Gesellschaftssystem mit anderen Produktionsverhältnissen und ihren dazugehörigen Eigentumsverhältnissen gar nicht notwendig wäre. Im Sozialismus wird also eine Perspektive geschaffen, in der der ökonomische Zwang zur Selbstbehauptung schrittweise überwunden wird.

Deshalb wird es auch im Sozialismus noch einen Staat geben, der aber in dem Maße abstirbt, wie die Klassen an sich verschwinden. Die in der Gesellschaft noch notwendige Organisation und Verwaltung verlieren ihren politischen Charakter und werden in die gesellschaftliche Selbstverwaltung überführt.

Ebenso wird es auch im Sozialismus noch Geld geben, durch das der Austausch von Leistungen und deren Ergebnisse geregelt wird. So werden auch hier Anreize zur Arbeit geschaffen. Es gilt noch das bürgerliche Leistungsprinzip: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung. Entsprechend seinem Anteil an der gesellschaftlich geleisteten Arbeit wird jeder entlohnt und kann an den gesellschaftlichen Ergebnissen partizipieren.

Aus bürgerlicher Sicht erscheint dieses Leistungsprinzip gerecht, weil jeder genau den Anteil erhält, den er eingebracht hat. Aus humanistischer oder sozialistischer Sicht bleibt es aber immer noch ungerecht, weil nicht jeder gleich viel leisten kann. Jeder Mensch hat unterschiedliche körperliche und geistige Voraussetzungen. Andererseits brauchen nicht alle Menschen gleich viel. Zum Beispiel sind die Lebenshaltungskosten von Alleinerziehenden mit mehreren Kindern höher als die von Lebensgemeinschaften ohne Kinder.

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