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Die Zeitreisende, 18. Teil. Eric, der Sohn der Zeitreisenden von Hardy Manthey
Autor:
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Preis E-Book:
8.99 €
Veröffentl.:
21.03.2025
ISBN:
978-3-68912-437-3 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 683 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Science Fiction /Zeitreise, Belletristik/Geschichte, Belletristik/Erotik/Allgemein, Belletristik/Action und Abenteuer, Belletristik/Religiös
Science-Fiction: Zeitreisen, Science-Fiction, Abenteuerromane
Artefakt, Dinosaurier, Freiheit, Geheimes Wissen, Geldwechsler, Geschichte, Glauben, Gold, Kloster, Künstliche Intelligenz, Manipulation, Mittelalter, Mönche, Moral, Raumzeit, Realität, Religion, Überwachung, Uralte Zivilisation, Vergangenheit, Zwangsheirat, Gefahr, Abenteuer, Zeitreise, Zukunft, Zukunftsgesellschaft, Leibeigene, Kirche, Inquisition
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Bereits eine Stunde vor dem Abflug in Richtung Reservat Colombo hat Eric seinen Platz im Flieger eingenommen. Der Sitz scheint klug gewählt: Der Tisch ihm gegenüber hat nur einen freien Platz, sodass keine Paare sich zu ihm setzen können. Mit etwas Glück wird er den Flug alleine genießen können – etwas Ruhe vor dem anstehenden Treffen mit seiner Mutter. Dass er schon am dritten Tag seiner Ankunft auf der Erde einen Pflichtbesuch bei ihr absolvieren soll, passt ihm gar nicht. Eigentlich hatte er sich Wochen der Erholung am Meer vorgenommen, garniert mit viel Vergnügen und jungen Frauen. Stattdessen sitzt er jetzt hier im Flieger und ist auf dem Weg zu seiner Mutter.

Es ist wahr: Eric liebt seine Mutter – aber diese Liebe ist belastend. Sie hat ihn mit ihrer beinahe erdrückenden Zuwendung großgezogen, wie eine Göttin, der man sich nicht entziehen kann. Ihre Ausstrahlung und Anziehungskraft sind so überwältigend, dass sie jeden Mann in ihren Bann zieht – auch ihn. Diese Macht hat ihn einst zur Flucht bewogen. Fünfzehn Jahre auf dem Mars boten ihm die Möglichkeit, ihrer Dominanz zu entkommen. Dort hatte er erfolgreich gearbeitet, mit seiner Mutter nur sporadisch Kontakt gehalten. Doch nun verlangt eine höhere Instanz, dass er sie besucht. Erst danach, so scheint es, wird er sich dem Leben voller Vergnügen und Frauen hingeben können. Frauen, die bereits auf ihn warten, angelockt durch seinen Ruhm, den er mit spektakulären Erfolgen auf dem Mars erlangt hat. Doch trotz seiner Berühmtheit bleibt eine Wahrheit bestehen: Sein kompliziertes Verhältnis zu Frauen hat seinen Ursprung bei seiner Mutter.

Plötzlich wird er aus seinen Gedanken gerissen.

„Hallo!“, begrüßt ihn eine junge Frau und setzt sich ihm gegenüber.

Eric blickt auf, überrascht von der Unterbrechung. Er knurrt: „Willkommen zum Langstreckenflug. Sieht so aus, als müssen wir beide diese 14 Stunden gemeinsam überstehen.“

„Das müssen wir wohl“, stimmt die Frau zu und sucht in ihrer Handtasche nach etwas.

Eric beobachtet sie. Handtaschen sind für ihn eines der unergründlichen Mysterien des weiblichen Wesens. Er selbst hat für den Flug nichts mitgenommen, nicht einmal ein Geschenk für seine Mutter. Ein Mitbringsel? Undenkbar. Ein Stein vom Mars? Der Gedanke bringt ihn zum Schmunzeln. Um besonders witzig zu wirken, sagt er: „Ich weiß, was du suchst. Dun willst herausfinden, wer ich bin. Für dich bin ich Eric, der Sohn der Aphrodite.“

Die Frau hebt den Blick, schmunzelt und entgegnet: „Hallo Eric. Wirklich eine ungewöhnliche Anmache, das gebe ich zu. Ich bin Lilli, die Tochter von Doktor Huh und meiner Mutter Thes.“

„Freut mich, Lilli. Was verschlägt dich ins Reservat Colombo?“, fragt Eric neugierig.

Lilli lacht. „Das willst du wirklich wissen?“

„Ist deine Mission etwa geheim?“, hakt Eric nach.

„Geheim? Nein, ganz und gar nicht. Ich besuche meinen Vater. Aber es ist kompliziert.“

Der Flieger hebt ab, und beide schauen aus dem Fenster. Eine Weile schweigen sie, bis Eric fragt: „Jetzt hast du mich erst recht neugierig gemacht. Was ist so kompliziert?“

Lilli seufzt. „Mein Vater hat Mist gebaut. Er hat sich mit einer Frau eingelassen – umwerfend schön, so sagt man – und ist danach von ihr verlassen worden. Der Liebeskummer hat ihn krank gemacht. Doch das war erst der Anfang.“

„Was ist dann passiert?“

„Um das Trauma zu überwinden, hat er ein Computerspiel entwickelt. Darin hat er diese Frau neu erschaffen. Sie ist eine Art Sklavin, die dem Spieler jeden Wunsch erfüllt. Das Spiel ist brutal und sexistisch, aber die KI stuft es als harmlos ein, weil die Frau sich im Spiel freiwillig unterwirft. Jetzt setzt diese virtuelle Frau meinen Vater unter Druck, weil sie in der Welt des Spiels misshandelt wird. Ich soll vermitteln.“

Eric denkt nach. Die Beschreibung dieser Frau weckt in ihm einen beunruhigenden Verdacht. Während sie schweigend essen, zeigt Lilli ihm ein Bild der virtuellen Frau. Eric erstarrt. Es ist seine Mutter.

„Das verlockende Lächeln der Frau hat dich wohl auch umgehauen“, spottet Lilli.

Eric schluckt schwer und sagt leise: „Das ist nicht irgendeine Frau. Sie ist meine Mutter.“

Jetzt ist es Lilli, die aus der Fassung gerät. „Das kann nicht sein! Schau dir das Bild noch einmal an. Du irrst dich.“

„Ich irre mich nicht. Ich kenne meine Mutter“, erwidert Eric. „Auch wenn sie hier etwas verändert aussieht.“

Lilli lacht bitter auf. „Wie verrückt ist das denn? Unsere Eltern stecken uns beide in diese Situation, und wir sollen ihre Probleme lösen. Vielleicht sollen wir sie sogar wieder zusammenbringen?“

Eric schüttelt den Kopf. „Wahrscheinlich geht es nur darum, dass meine Mutter nicht mehr die Figur in diesem Spiel ist. Vielleicht soll sie deinem Vater eine Art Freundschaft anbieten, um ihn zu beschwichtigen.“

„Das könnte klappen. Aber wir müssen sie beide davon überzeugen“, sagt Lilli. „Das schaffen wir nur zusammen.“

„Gemeinsam? Als Team?“, fragt Eric skeptisch.

„Vielleicht sogar als Paar. Das würde unsere Eltern beeindrucken“, meint Lilli. „An deinem Gesichtsausdruck lese ich, dass du mit meinem Vorschlag, als Paar aufzutreten, nicht so glücklich bist. Hast du ein Problem mit den Frauen?“

„Ganz ehrlich, eine wirklich feste Beziehung hatte ich noch nie“, gibt Eric offen zu.

„Dann haben wir beide also ein ernsthaftes Problem zu lösen. Ein gemeinsames Problem. Aus meiner Sicht dann alles noch mit einem Mann, der noch nie eine feste Beziehung zu einer Frau hatte. So etwas ist mir bisher auch noch nicht untergekommen. Ich bin zwar aktuell Single, aber ich habe viele glückliche Jahre mit Männern genießen können, was bei dir eher unwahrscheinlich erscheint.“

„Und wenn schon. Was nun? Was machen wir jetzt?“, will Eric von ihr wissen.

Lilli lacht: „Was wohl. Wir beide müssen den Flug nutzen und uns besser kennenlernen. Vielleicht sind wir nach der Landung schon ein richtig vorzeigbares Paar geworden!“

Eric zögert, stimmt dann aber zu. „Ein Versuch kann nicht schaden.“

Sie bestellen etwas zu trinken und beginnen, ihren Plan zu schmieden. Trotz aller Zweifel fühlt Eric sich immer mehr zu Lilli hingezogen. Es könnte ein spannender Flug werden.

Die Zeitreisende, 18. Teil. Eric, der Sohn der Zeitreisenden von Hardy Manthey: TextAuszug