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GENERALARZT ADOLF FRIEDRICH STÖRZEL EIN MILITÄRARZT MITTE DES 19. JAHRHUNDERTS MIT BLICK FÜR DAS ZIVILE LEBEN ODER EIN FRÜHES BEISPIEL FÜR ZIVILMILITÄRISCHE ZUSAMMENARBEIT
Im Jahr 1865 wendet sich der Magistrat der Stadt Schwerin mit der Bitte um Unterstützung an die Großherzoglich Mecklenburgische Division. Es ging dabei um die in der Stadt stationierten Militärärzte, die am Stadtkrankenhaus den medizinischen Dienst übernehmen sollten. Das Stadtkrankenhaus war nach Plänen von Georg Adolph Demmler (1804-1886, auf dem Alten Friedhof in seiner eigenen Grabkapelle bestattet) 1841 in der Werderstraße als eines der ersten Krankenhäuser Mecklenburgs eröffnet worden. Heute im Übrigen im Besitz der VR-Bank. Der damalige Divisionskommandeur von Bilguer (1812-1894, siehe Orte der Erinnerung Heft 2) erkannte die Vorteile für die Militärärzte (praktische Ausbildung und in Übung halten) und legte das Ansinnen der Stadt seinem Dienstherren Großherzog Friedrich Franz II. zur Genehmigung vor. Nachdem der Großherzog am 28. März 1865 seine Zustimmung erteilt hatte, übernahmen ein Oberarzt und ein Assistenzarzt den ärztlichen Dienst am Stadtkrankenhaus. Nebenbei sei bemerkt, dass der Assistenzarzt auch gleich am Krankenhaus eine Wohnung bekam. Einzelheiten des Wirkens regelte eine Vereinbarung vom 20. Mai 1865 zwischen dem Magistrat und dem damaligen Divisionsarzt Adolf Friedrich Störzel. Leider musste auf Grund der Umstände die für beide Seiten erfolgreiche Zusammenarbeit zum 1. Oktober 1869 beendet werden. Der Grund lag in der Eingliederung des Mecklenburgischen Militärs ab August 1867 in die Preußische Armee (siehe auch Text weiter unten, Schreiben des Generalarztes Störzel an das Militärdepartement vom 19. August 1868).
Lebensweg des Generalarzt Adolf Friedrich Störzel
Wer war nun dieser Divisionsarzt, der die Vereinbarung mit der Stadt getroffen hatte? Adolf Friedrich Störzel wurde am 21. Juli 1815 in Dargun (nach anderen Quellen 4. Juli) als Sohn des Amtmanns und späteren Geheimen Ministerialrats zu Schwerin Johann Georg Heinrich Störzel und der Julie Passow (Tochter des Amtshauptmanns Carl Friedrich Passow zu Rühn) geboren.
Dass er später die medizinische Laufbahn einschlägt, könnte auch mit dem Großvater väterlicherseits, Hofrat Dr. med. Johann Georg Störzel (1741-1828), zusammenhängen. Der war Leibmedicus oder besser herzoglicher Leibarzt in Ludwigslust.
1836 begann der junge Störzel sein Studium der Medizin an der Universität Heidelberg und wurde dort auch Mitglied des Corps Guestphalia Heidelberg. Vier Jahre später erfolgte seine Promotion (Diss. inaug. de Paracelsi vita et doctrina) an der Universität Halle. Daran schloss sich bis zum 1. März 1843 eine Zeit als praktischer Arzt in Schwerin an. Warum dann der Wechsel zum Militär erfolgte, konnte bisher nicht geklärt werden. Möglicherweise ein wirtschaftlicher Hintergrund. Störzel begann seine Militärkarriere als Assistenzarzt und Unterarzt bei der Artillerie mit Garnison in Schwerin. Zum Jahresende 1845 mit Wirkung 1. Januar 1846 wurde er zum Oberarzt befördert mit dem Hinweis: Bei Ernennung des Dr. Störzel zum Oberarzte ist jedoch ausdrücklich allerhöchst bestimmt worden, daß durch dieses Avancement keineswegs die Anstellung eines Batterie-Chirurgen hervorgerufen, sondern Ersterer gehalten sein soll, alle bei der Artillerie vorkommenden ärztlichen und chirurgischen Dienstleistungen, sie mögen sein welche sie wollen, zu verrichten. gez. v. Elderhorst. (Zitiert nach Aktenbestand LHAS Aktenbestand Militärdepartement; Elderhorst Hartwig von, 17891871, Brigadekommandeur). 1849 wurde Störzel Oberarzt im Leichten Infanterie-Bataillon, dem späteren Jäger-Bataillon, mit Garnison Schwerin. Diese Dienststellung bekleidete er acht Jahre. Dann vermutlich mit der Beförderung zum Oberstabsarzt erfolgte die Versetzung zum IV. Bataillon, das ebenfalls in Schwerin stationiert war.
Am 8. Juli 1857 stellt der Divisions-Kommandeur von Witzleben folgenden Antrag: