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Zwischen Erinnerung, Heimatstimmen, Zauberland, galaktischer Groteske und Widerstand – Fünf E-Books von Freitag bis Freitag zum Sonderpreis

 

(Pinnow, 23.10.2026) – Fünf E‑Books, fünf Tonarten: mal wird Erinnerung im ironischen Blick erzählt, mal erwacht regionale Geschichte zu unerwarteten Details, mal öffnen sich märchenhafte Türen zu vertrauten Helden, mal wird die Wirklichkeit durch satirische Reise-Exkurse gebrochen – und einmal steht die Entscheidung über Technik und Moral im Raum. Diese Woche versammeln sich Texte, die von menschlicher Schwäche und Einfallsreichtum, von Erinnern und Erfinden handeln und in Momenten zeigen, wie kleine Handlungen große Konsequenzen tragen.

 

Vom Freitag, dem 23. Oktober, bis Freitag, dem 30. Oktober 2026, sind die folgenden fünf E-Books zum Sonderpreis erhältlich.

 

Episoden aus dem Leben der Pioniere von Dietrich Biewald

 

Die Episoden, erst lange Zeit nach ihrem Auftreten aus der Erinnerung ausgegraben und darum nicht als umfassende Tatsachenberichte zu verstehen, sollen daran erinnern, dass bei aller Härte des Dienstes in der NVA und dem Stolz auf das Erreichte der Humor nicht zu kurz kam. Sie sind insbesondere denen gewidmet, die darin angesprochen wurden. Nicht jeder konnte alles beherrschen. Missverständnisse, Unkenntnisse, kleine Schwächen u. a. m. schufen öfter mal Situationen, die zwar nicht zur Normalität des Dienstes gehörten, aber eben menschlich waren. Höhere Dienstgrade waren davon nicht ausgenommen. Mit manchen Dingen mochte man sich auch nicht so recht anfreunden oder gerne vertraut machen. Manches war auch der Entwicklung in der Armee geschuldet. Man sollte ja nicht vergessen, dass in so einen riesigen Organismus regelmäßig in großem Umfang Soldaten kamen, die keine Ahnung von ihren militärischen Aufgaben hatten, aber nach kürzester Zeit ihren Mann in einer Tag und Nacht einsatzbereiten Armee zum Schutz des Landes stehen mussten.

 

Auch damals sehr ernst genommene Dinge können nun in der fernen Erinnerung zum Schmunzeln verleiten. Satirische Zeichnungen des Autors vervollständigen diese Sammlung.

 

Meine Amsel singt in Tamsel. Märkische Miniaturen von Hans Bentzien

 

Das Buch ist bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten gewidmet, deren Leben die Geschichte Brandenburgs und seine Bewohner mitgeprägt haben. Der Leser lernt Carl August von Hardenberg, Johann Friedrich Adolf von der Marwitz, Sophie Charlotte, Königin von Preußen und andere geschichtsträchtige Persönlichkeiten näher kennen. Aber auch zu Unrecht vergessene Menschen, wie den Fleischermeister Cassel aus Potsdam, den Erfinder des so gern gegessenen Kasslers, ruft Hans Bentzien wieder ins Gedächtnis.

 

Von Seemonstern, Hexern, Drachen, Feen und Smaragdenbienen. 8 Zauberland-Märchen in einem E-Book von Klaus Möckel

 

Die acht in diesem Band vereinten abenteuerlichen Märchen, die in den Jahren 1996 bis 2003 entstanden, schließen an die Zauberland-Reihe des russischen Schriftstellers Wolkow an und gewannen dem Scheuch, dem Tapferen Löwen, dem Eisernen Holzfäller und ihren Mitstreitern viele neue Freunde. Veröffentlicht wurden sie seinerzeit beim LeiV Verlag unter dem Pseudonym Nikolai Bachnow, hinter dem die Russisch-Übersetzerin Aljonna Möckel und ihr Mann steckten. 2013 lüfteten die beiden das Geheimnis, so dass nun ihre Namen über den von der EDITION digital Pekrul & Sohn herausgegebenen E-Book- Zauberland-Titeln stehen. Die unter "Bachnow " publizierten Bücher, inzwischen z.T. vergriffen, erreichten bisher eine Gesamtauflage von etwa 70.000 Stück. Sie verdanken ihren Erfolg der Bekanntheit ihrer liebenswerten Hauptfiguren, dem Einfallsreichtum der Autoren, die es verstanden, immer wieder neue, spannende oder lustige Abenteuer zu erfinden, und nicht unwesentlich auch den fantasievollen Illustrationen von Hans-Eberhard Ernst.

 

Wenn der Leser hier nun, in einem Sammelband zusammengefasst, alle acht Geschichten vorfindet, kann er sich achtmal von den wundersamen und packenden Geschehnissen, von der Vielfalt und dem Farbenreichtum im Zauberland fesseln lassen.

 

Die Reise zum Stern der Beschwingten. Schilderung der galaktischen Erfahrungen etlicher Erdenmenschen, die versehentlich in die Milchstraße geraten, nach mancherlei erlittenem Ungemach aber glücklich wieder daheim angelangt sind von Gerhard Branstner

 

Schilderung der galaktischen Erfahrungen etlicher Erdenmenschen, die versehentlich in die Milchstraße geraten, nach mancherlei erlittenem Ungemach aber glücklich wieder daheim angelangt sind.

 

Besonderes Lob heimste bei ihrem Erscheinen „Die Reise zum Stern der Beschwingten“ ein, welche ein Literaturkritiker als eine swiftsche Reise durch verschiedene groteske Staatswesen bezeichnete, darunter einen Staat der Molch-Kapitalisten oder Kapitalistenmolche. Die Bewohner des „Sterns der Beschwingten“ treiben sprachlich ein heiteres Spiel mit der Wirklichkeit. Gerade durch dieses heitere Spiel, welches den Ernst verstellt, werde aber die Wirklichkeit nur um so treffender bezeichnet.

 

Geheimsache Norsk Hydro. Roman von Hasso Grabner

 

Unser Friday for Future‑Titel der Woche ist „Geheimsache Norsk Hydro. Roman“ von Hasso Grabner. Die Erzählung über die Produktion von schwerem Wasser, die Sabotageakte gegen eine technisch hochriskante Anlage und die Entscheidungen von Widerstandskreisen macht deutlich, wie eng technische Projekte, moralische Verantwortung und die Folgen für folgende Generationen verbunden sind. In der Frage, ob und wie man technische Prozesse stoppt oder torpediert, liegt eine unmittelbare Lehre für die heutige Debatte um Verantwortung, Folgenabschätzung und kollektives Handeln – weshalb das Buch in dieser Woche als Brücke zu den Anliegen von Friday for Future dient.

 

Im Süden Norwegens, in den Bergen versteckt, befindet sich das Ammoniakwerk Norsk Hydro. Bedeutend ist das schwere Wasser, das dort im Verborgenen produziert wird. Die deutschen Besatzer übernehmen das Werk und forcieren die Produktion von schwerem Wasser, das für die geplante Atombombe benötigt wird. Zwei Deutsche und die norwegische Widerstandsgruppe drosseln die Produktion, verunreinigen das Deuteriumoxid und versuchen mit allen Mitteln, die Produktion von schwerem Wasser zu sabotieren. Da das nicht ausreicht, werden von einem britischen Flugzeug Offiziere der Norwegischen Armee über den Bergen abgesetzt, die die Anlage sprengen. Ihr Sprengstoff reicht nicht für die vollständige Zerstörung, so dass die Anlage trotz aller mutwilligen Verzögerung wieder aufgebaut wird. Die Widerstandsgruppe sucht gemeinsam mit den in den Bergen versteckten norwegischen Soldaten nach einer radikalen Lösung.

 

Die folgenden Leseproben öffnen je ein Fenster auf jene Augenblicke, in denen Alltägliches zur Prüfung wird: kurze Szenen, die Humor, Biografisches, Fantastisches, gesellschaftliche Satire und die Härte des Widerstands unmittelbar erfahrbar machen. Jede Passage führt direkt in eine Stimmung — und lädt ein zu prüfen, worauf Figuren und Leser am Ende stehen.

 

Episoden aus dem Leben der Pioniere von Dietrich Biewald

 

Dietrich Biewalds Episoden beginnen dort, wo strenge Dienstvorschriften an menschliche Schwächen stoßen: ein Augenblick des Missverständnisses, eine höhere Dienststelle, die plötzlich lächelnd zur Bühne kleinen Humors wird.

 

Proportionen

 

Die ersten Fahrzeuge in der NVA besaßen keine so abgeschlossenen Kühlerkreisläufe wie heutzutage. Ihre Befüllung bestand aus Leitungswasser. Anfangs ließ man daher in der Winterperiode auch das Kühlwasser ab und füllte erst vor der Inbetriebnahme eines Fahrzeuges frisches Wasser auf.

 

Als erstmalig Frostschutzmittel zur Anwendung kam, gab es strenge Anweisungen für das entsprechende Mischungsverhältnis, um sicher zu gehen, dass die Motoren nicht einfroren und die Motorenblöcke Risse bekamen. Erste entsprechende Vorkommnisse veranlassten die Vorgesetzten, Überprüfungen zu befehlen. Die Hauptverantwortung dafür trug der Stellvertreter des Kommandeurs des Truppenteils für Technik und Ausrüstung (StKTA).

 

Bei einem der Kraftfahrer wollte Hauptmann Be. nun wissen, welches Mischungsverhältnis von Wasser und Glysantin dieser hergestellt und aufgefüllt hatte. Bei dessen Antwort: „50 zu 50“ explodierte der StKTA mit den Worten: „Sofort alles wieder ablassen! Haben sie denn nicht aufgepasst? Ich hatte doch klar und deutlich für alle ein Mischungsverhältnis von 1 zu 1 befohlen!“

 

Variabel

 

In den 50-er Jahren war manche Ausrüstung in der Kasernierten Volkspolizei vielfach nur dem Namen nach bekannt. Bei der taktischen Geländeausbildung zeigte man zum Beispiel bestimmte Wirkungen von Waffen und dgl. nur durch Hochhalten von Flaggen mit dem entsprechenden taktischen Zeichen an.

 

Taktikausbildung:

 

Bei einer Brücke, die als zerstört zu gelten hatte, erfolgte die Aufstellung einer Tafel mit entsprechender Aufschrift.

 

Eine Einheit, welche den Fluss überwinden sollte, jedoch über keinerlei Übersetzmittel verfügte, marschierte nun über die Brücke mit einem Transparent, worauf stand: „Wir paddeln rüber!“

 

Zimmer 00

 

In einem Flügel der Kaserne in der Werderstraße von Schwerin hatte man eine Zeit lang alle Zimmertüren jeder Etage glatt durchnummeriert. Die Toiletten erhielten merkwürdigerweise weder die übliche 00-Kennung, noch eine nötige Zusatzbeschriftung.

 

Das veranlasste einige Spaßvögel, die Pioniere dabei voran, dem ersten April öfter mal ein anderes Datum zuzuordnen. Man nahm also das Telefon, rief jemand in einem anderen Block an und gab kurz angebunden den Befehl durch, sich unverzüglich auf Zimmer 214 zu melden.

 

Hinter der leicht geöffneten Tür lauschte man nun und wartete auf den „Veräppelten“, der meistens mehrfach vergeblich an diese Tür klopfte oder staunend dastand, wenn sich die Tür von innen öffnete, allerdings keiner erschien, der ihn zu sich befohlen hatte.

 

Verstopfung

 

Als das PiB-8 von Goldberg nach Hagenow verlegt wurde, bezog man einen neu erbauten Block. Im obersten Stockwerk lag die Pontonkompanie. Am Ende des Ganges befanden sich die sanitären Einrichtungen. Leider erwiesen sich die Toiletten auf der einen Seite des Flures schnell als verstopft. Es gab also Ärger. Der Unterkunftsdienst prüfte und behauptete erst einmal fest und steif, man habe sicherlich alte Unterhosen und anderes mehr hineingeworfen und somit die ganze Schweinerei selber fabriziert. Später stellte sich dann jedoch heraus, dass die Becken auf dieser Seite beim Einbau überhaupt nicht an die Abflussleitung angeschlossen wurden.

 

Autorität

 

Der Hauptfeldwebel der Kompanie befindet sich beim Stubendurchgang und schimpft gleich im ersten Zimmer auf die nicht ausreichende Ordnung. Darum befiehlt er sofort, alles vorschriftsmäßig herzurichten und legt fest, den Stubendurchgang in einer Stunde zu wiederholen.

 

Die Stubenbesatzung sieht keine Unordnung, ist darum gnatzig und rührt keinen Finger. Die Stunde ist um und der Spieß erscheint. Der Stubenälteste meldet ihm: „... Alles in Ordnung gebracht!“ Darauf der Spieß: „Na bitte, warum nicht gleich so!“ und verschwindet.

 

Mathematik

 

Herr Dr. Erfurth, Mathematiklehrer im zweiten Studienjahr und trotz seines fortgeschrittenen Alters immer ein begeisterter Fahrer seines Motorrades RT 150, befürchtete wohl ebenfalls, nicht genug in der Unterrichtszeit an den Mann bringen zu können. Stand er an der Wandtafel und entwickelte in hoher Geschwindigkeit die mathematischen Zusammenhänge von Differenzial-, Integral-, oder Determinantenrechnung, verlangte er gleichzeitig alles zu notieren und zu begreifen aber auf keinen Fall auch nur einen Blick von ihm zu lassen. Bei ihm hieß es nicht: „Schau her und schreib es dann auf“, sondern „Schau nur her, aber schreib es ja auch gleichzeitig auf, begreifen kannst du es später!“

 

In der Festzeitung zum Studienabschluss erhielt er darum folgendes Loblied:

 

Exponenten, Logarithmen, ja die sollt ihr alle mit nehm’

 

auch die Wurzeln und Potenzen, Integrale, Differenzen,

 

Logarithmus naturalis, keiner weiß was das für Qual ist.

 

Arcus Sinus, Arcus Tangens, viel fehlt nicht mehr und mir langt es.

 

Plötzlich kommt das Rigorosum: lieber Himmel, sind wir dumm!

 

Aber fängt der Doktor dann, noch mit Reih’n und Folgen an,

 

welche auch noch konvergieren, fängt es jeden an zu frieren.

 

Ja für ihn sind’s kleine Fische: „Legt die Stifte auf die Tische

 

und schaut euch die Tafel an, das Kapieren, das kommt dann!

 

Bitte so geht’s, q. e. d. aber so nicht, ach Herr jeh.

 

Genosse Götzke, hier ganz schnell, dividiere mal partiell!

 

Und der Igel, der löst mal, auch ganz fix, das Integral!

 

Was kommt raus? 4/3 Pi? Menschenskind, du lernst es nie!“

 

Doch die Zeit, die ging vorbei und war auch viel Schweiß dabei,

 

dümmer sind wir nicht geworden, das verdiente einen Orden.

 

So was kommt nun einmal vor. Unser Dank gilt dem Doktor!

 

Meine Amsel singt in Tamsel. Märkische Miniaturen von Hans Bentzien

 

Hans Bentzien führt uns in Briefe und Miniaturen, in denen prominente und beinahe vergessene Gestalten Brandenburgs Gestalt annehmen — eine Szene, die zeigt, wie Regionalgeschichte aus kleinen, überraschenden Details lebt.

 

Rettung vor dem Hunger

 

Ich vermute, bei den meisten von uns gibt es heute zum Essen einen Topf Kartoffeln, gleich welche Beilage sich die Köchin ausgesucht hat. Diese Frucht hat uns ein Krieg beschert, der Siebenjährige. In Pommern und Schlesien wurde die Kartoffel sogar zwangsweise gepflanzt. Wie das vor sich ging, zeigt der Vorgang in Kolberg, bereits einige Jahre vor dem Krieg: „Im Jahre 1745 erhielt Kolberg durch die Güte des Großen Friedrich ein ganz besonderes Geschenk. Es waren Kartoffeln, die damals bei uns noch kein Mensch kannte. Durch Trommelschlag wurde in der Stadt und in den Vorstädten bekannt gemacht, dass jeder Gartenbesitzer sich zu einer bestimmten Stunde vor dem Rathaus einfinden sollte. Die Ratsherren zeigten nun den Leuten die neue Frucht, die hier noch keiner gesehen hatte. Dann wurde eine umständliche Anweisung vorgelesen, wie die Kartoffel gepflanzt und bewirtschaftet und wie sie dann gekocht und zubereitet werden sollte. Es wäre allerdings besser gewesen, wenn man eine geschriebene oder gedruckte Anweisung verteilt hätte, denn die meisten passten im Gedränge nicht auf. Dafür nahmen die guten Leute die Knolle in die Hand und rochen, schmeckten und leckten daran. Man brach sie auseinander und warf sie den Hunden vor, die daran schnupperten, sie aber nicht fressen wollten. Nun wusste man Bescheid! ,Die Dinger‘, so sagte man, riechen nicht und schmecken nicht, nicht mal die Hunde wollen sie fressen. Was sollen wir damit?“

 

Die meisten glaubten, die Kartoffeln würden zu Bäumen heranwachsen, und man könnte dann die Knollen von ihnen abschütteln. Inzwischen war das Geschenk des Königs unter die Gartenbesitzer verteilt worden, aber keiner hatte begriffen, wie er die Kartoffeln anbauen sollte. Die Ratsherren waren bald dahinter gekommen, dass gar nicht alle Kartoffeln in die Erde gekommen waren. Darum gab es im Sommer durch den Ratsdiener und den Feldwächter eine Kartoffelschau, und die Widerspenstigen mussten kleine Geldstrafen zahlen. Das gab natürlich ein großes Geschrei, und die Bestraften wurden dadurch erst recht nicht zu Freunden der neuen Frucht.

 

Im nächsten Jahr wiederholte der König seine Spende, und es kam wieder eine Ladung Kartoffeln. Aber diesmal wurde die Sache anders und zweckmäßiger gemacht. Es wurde nämlich ein Landreiter mitgeschickt, der aus Schwaben stammte und mit dem Anbau der Kartoffel genau Bescheid wusste. Er war den Leuten bei der Aussaat behilflich und gab ihnen Anweisungen für die weitere Pflege.

 

Dass der junge Joachim Nettelbeck, der uns diesen Bericht überlieferte, 1807 bei der langen Belagerung durch die Franzosen in Kolberg die Vorzüge der Kartoffel schätzen gelernt hatte, ist gar keine Frage.

 

Von Seemonstern, Hexern, Drachen, Feen und Smaragdenbienen. 8 Zauberland-Märchen in einem E-Book von Klaus Möckel

 

Klaus Möckels Sammelband verspricht achtmal Zauberland: die Probe wirft uns mitten in ein Abenteuer mit bekannten Gefährten, wo Mut, Freundschaft und fantastische Begegnungen auf die Probe gestellt werden.

 

"Halt, warum bist du gestartet?", rief er verzweifelt.

 

Jessica war gleichfalls erschrocken. Sie hielt Goodwin fest, damit er nicht herunterfiel.

 

"Du bist gestartet", erwiderte sie aufgeregt. "Du hast das Gesicht den Bergen zugewandt, das ist das Startzeichen. Bitte zapple nicht so, sonst kippt der Trog noch um und wir liegen gemeinsam unten."

 

Inzwischen waren sie so weit oben, dass ein Sturz beiden sehr schlecht bekommen wäre. Obwohl der Trog unter der Last ächzte und knarrte, stieg er immer höher, flog auf die Bergkämme zu.

 

"Er soll uns zurückbringen", rief der Großvater, "gib den Befehl, umzukehren!"

 

"Man kann dem Trog keine Befehle geben", sagte Jessica. "Sobald er gestartet wird, bringt er seine Passagiere über das Gebirge hinweg zum Ufer des Muschelmeers. Von dort aus fliegt er dann wieder zurück."

 

Der Großvater sagte nichts mehr. Er kniff die Augen zu, um nicht in die Tiefe blicken zu müssen, und versuchte, ganz still zu liegen. Jessica hielt ihn mit beiden Händen an der Jacke.

 

Doch lange konnten sie es in dieser Lage beide nicht aushalten. Goodwin überlegte, ob er sich fallen lassen sollte, um wenigstens Jessica zu retten. Dann erwachte aber sein Lebenswille wieder und er beschloss, einen letzten Versuch zu wagen. Vorsichtig zog er die Beine an. Es gelang ihm, ein Knie auf den Trogrand zu bringen.

 

Der Trog neigte sich gefährlich zur Seite und Jessica schrie:

 

"Was machst du, Opa? Hör auf damit!"

 

Goodwin verlagerte sein Gewicht, so dass ihr Gefährt sich wie ein Boot wieder aufrichtete.

 

"Lass mich jetzt los und halte dich selber am Trogrand fest", sagte er. "Erst die eine, dann die andere Hand. So ist's gut." Er drehte den Oberkörper und rutschte mit dem Hintern in die Trogmulde. Da er ein bisschen dick war, musste er sich hineinquetschen. Schließlich zog er die Beine nach.

 

"Bravo, Opa", rief Jessica, "du hast's geschafft!"

 

"Na ja, man war ja mal Artist", erwiderte Goodwin bescheiden. In der Tat war er viele Jahre mit einem Zirkus über Land gezogen.

 

Der Trog hatte das Gebirge erreicht. Grün- und braungefleckt lag die Landschaft unter ihnen. Man sah einen Fluss, den Grand River, auf dem Jessica beim allerersten Mal ins Zauberland gelangt war. Als Gefangene der Wassermänner, die damals dem schrecklichen Seemonster dienten.

 

Nun wagte es auch der Großvater wieder, den Blick nach unten zu richten. ein paar Bergziegen waren zu sehen, klein wie Ameisen, auch ein Adler kreiste in der Tiefe. Es handelte sich aber nicht um Stellas Boten.

 

"Ist das nicht herrlich", rief Jessica, "die Täler und Schluchten, die winzigen Bäume. Auf einer Bergspitze liegt sogar Schnee. Leider geht die Fahrt viel zu schnell."

 

"So schnell, dass man Ohrensausen kriegt", bestätigte der Großvater. "Und alles umsonst. Wenn ich daran denke, dass ich den gesamten Weg wieder zurückmuss."

 

"Doch nicht gleich. Wenn du schon mit mir hinfliegst, kannst du auch ein paar Tage im Zauberland bleiben."

 

"Auf keinen Fall. Lieber nehme ich die Tortur in dieser Wackelkiste sofort wieder auf mich."

 

Sie landeten sanft am weißen Sandstrand des Muschelmeeres, an einer Stelle, die Jessica schon kannte. Einmal war sie von Delfinen mit dem gläsernen Tauchboot der Seekönigin hier abgeholt worden, ein anderes Mal von Dickhaut, dem Elefanten.

 

Der Strand war leer. Kein Mensch außer ihnen weit und breit, auch kein Tier.

 

"Ich muss hier warten", sagte Jessica und sprang aus dem Trog. "Schade, dass du gleich wieder wegwillst."

 

Goodwin, dem alle Knochen wehtaten, kletterte gleichfalls aus dem Gefährt.

 

"Ein bisschen Gesellschaft kann ich dir ja noch leisten." Er schaute sich neugierig um.

 

"Hier ist nicht viel los", erklärte Jessica. "Höchstens ein paar kleine Fische im Wasser, aber mit denen kann man nichts bereden."

 

"Vielleicht sind wir noch gar nicht im Zauberland", vermutete der Großvater.

 

"Natürlich sind wir da. Hinter den Bergen fängt es doch an."

 

"Steigen wir dort auf den Sandhügel", schlug Goodwin vor. "Da haben wir einen besseren Überblick."

 

Sie stapften auf den Hügel, der nichts als eine Düne war, und setzten sich hin. Es war warm, die Sonne schien und das Muschelmeer breitete sich flimmernd zu ihren Füßen aus. Nach einer Weile bekam Jessica Hunger, aber der Großvater hatte bei seinem Sturz auf den Trog das Stullenpaket fallen lassen.

 

"Und wenn es im Trog liegt?", überlegte Jessica laut.

 

"Bestimmt nicht. Das hätten wir gemerkt", erwiderte der Großvater.

 

Da Jessica nichts zu tun hatte, lief sie trotzdem hin. Natürlich vergebens. Ein paar Sträucher mit roten Beeren wuchsen in der Nähe und sie kostete. Nein, das brachte nichts, die Beeren waren ungenießbar. Nachdem sie es, ohne Erfolg, noch bei einem anderen Strauch versucht hatte, kehrte sie zu der Düne zurück. Doch als sie den Hügel wieder erklommen hatte, war der Großvater verschwunden.

 

Die Reise zum Stern der Beschwingten. Schilderung der galaktischen Erfahrungen etlicher Erdenmenschen, die versehentlich in die Milchstraße geraten, nach mancherlei erlittenem Ungemach aber glücklich wieder daheim angelangt sind von Gerhard Branstner

 

Gerhard Branstners Reise zum ‚Stern der Beschwingten‘ öffnet eine Passage, in der groteske Staatswesen und sprachliches Spiel die Wirklichkeit spiegeln — ein Abschnitt, der Lachen und Nachdenklichkeit zugleich provoziert.

 

Siebenscharff setzte sich mitten auf den Dorfplatz, denn Geschichten lassen sich nicht gut im Stehen erzählen, auch nicht anhören, weshalb die Bommelanten seinem Beispiel folgten. Und die Kannibalen hockten sich ebenfalls hin. „Das ist eine besondere Geschichte“, sagte Siebenscharff, „sie beginnt mit der schmalen Ernährungsbasis der Vögel. Sie haben ja selbst feststellen können, dass der Krater hügelauf, hügelab nichts Genießbares zu bieten hat. Bleibt also nur der Fischbestand des Flusses und der Bäche. Doch auch der würde nicht lange bleiben, wenn die Vögel nicht außerhalb des ihnen angestammten Gebietes zusätzliche Nahrung suchten. Dort aber geraten sie den Kannibalen ins Gehege, die ja auch, wenn sie sich nicht gegenseitig auffressen wollen, von den Früchten der Natur leben müssen. Und mit denen ist dieser Planet nirgends reich gesegnet. Deshalb töten die Kannibalen jeden Vogel, den sie in ihrem Revier erwischen können, und fressen ihn auf. Vor zwei Tagen haben gleich mehrere dran glauben müssen. Darüber haben sich nun wieder die Vögel erbost, deshalb wollen sie die Kannibalen heimsuchen. Sie müssten in dem ungleichen Kampf jedoch ungeheure Verluste erleiden, da sie im Gegensatz zu den mit Speeren bewaffneten Kannibalen ihre Feinde nur mit ihren Exkrementen bewerfen können.“

 

„Demnach sind die Vögel“, sagte Piccolomini, „wenn sie außer den ihnen von der Natur gegebenen Hilfsmitteln nichts in der Hand haben, auch keine Menschen.“

 

„Jedenfalls waren sie vor Zeiten einmal Menschen“, erklärte der kleine Professor, „sie sind jedoch einer rapiden Degeneration verfallen. Die Sprache eines einzelnen Schwarms besteht kaum noch aus hundert Vokabeln. Die Sprachen der verschiedenen Schwärme sind aber offensichtlich Zerfallsprodukte einer ehemals gemeinsamen Sprache, denn sie lassen sich ohne Weiteres in ein umfassendes Sprachgebilde einfügen. Und diese gemeinsame Sprache muss, wenn man von den auf die einzelnen Schwärme aufgesplitterten Resten ausgeht, ehedem sehr reich gewesen sein.“

 

„Und um die Reste zusammenzuklauben“, meinte der Pilot, „haben Sie auf diesem gottverlassenen Planeten Quartier genommen und hüpfen da nun von Hügel zu Hügel.“

 

Der Philologe nickte.

 

Schimansky gab sich noch nicht zufrieden. „Aber weshalb die Degeneration? Ich dachte immer, die sei auf Naturwesen beschränkt.“

 

„Auch der Mensch ist ein Wesen der Natur“, erklärte der Professor, „ich bin weit in der Welt herumgekommen und bin dabei auf viele Versuche der Natur gestoßen, erfolgreiche und missglückte. Wenn wir den Begriff der Unendlichkeit ernst nehmen, ergibt sich logisch, dass die Natur unendliche Versuche unternimmt und auch unendliche Male Erfolg hat. Aber auch unendliche Male Misserfolg. Und der Gründe für solche Fehlversuche sind viele. Sie lassen sich jedoch in zwei Gruppen ordnen. Zu der einen gehören die, die von einer ungeeigneten Disposition ausgehen, zu der anderen gehören die Versuche, die auf eine ungeeignete Umgebung treffen.“

 

Wie die anderen Bommelanten folgte auch Piccolomini den Ausführungen Siebenscharffs mit steigender Aufmerksamkeit, wobei er und ganz und gar seine kannibalische Umgebung vergaß; auch Weynreichs gedachte er nicht. Selbst die Menschenfresser schienen jetzt ihr Handwerk vergessen zu haben, sie dösten mit schläfrigen Augen vor sich hin. Und was Weinreich sich unterfing, sei für jetzt auch dahingestellt.

 

Piccolomini also dachte an nichts anderes. Er fragte Siebenscharff: „Wenn ich Sie recht verstanden habe, erklären Sie sich, um bei unseren Vögeln zu bleiben, deren Degeneration aus einer für ihre Menschwerdung ungeeigneten Disposition?“

 

„Nicht unbedingt“, erwiderte Siebenscharff, „nicht alle Menschen stammen, wie Sie und ich, von affenähnlichen Vorfahren ab. Unsere Herren Menschenfresser“, der kleine Professor deutete eine Verbeugung gegen die vor sich hindösenden Kannibalen an, „unsere Herren Menschenfresser zum Beispiel verdanken ihr Dasein der Fortentwicklung einer bärenähnlichen Spezies von Tier.“

 

„Da haben sie sich aber ganz schön verändert“, meinte Schimansky.

 

„Aber nicht nur laufende“, fuhr Siebenscharff unbeirrt fort, „auch schwimmende oder fliegende Tiere der verschiedensten Gattungen können disponiert sein, Menschen hervorzubringen. Einzige Voraussetzung ist, dass sie hoch genug gebildet, andrerseits aber nicht schon zu speziell gebildet sind, um noch Organe zum Arbeiten, Denken und Sprechen zu entwickeln. Um diese drei Dinge kommt kein Mensch herum.“

 

„Aller guten Dinge sind drei. Jetzt weiß ich endlich“, meinte Schimansky, „was der tiefere Sinn dieses Sprichworts ist: Arbeiten, Denken, Sprechen.“

 

Siebenscharff stimmte dem zu.

 

„Alles andere aber, insofern es das nicht unmöglich macht, ist möglich.“

 

„Zum Beispiel vier Hände“, schlug Schimansky vor.

 

„Oder zwei Zungen“, ergänzte der kleine Professor, „die Vorstellung, alle Vernunftwesen müssten so aussehen wie wir, darf nicht geduldet werden. Selbst dann nicht, wenn sie von landläufigen Tieren abstammen. Wie aber, wenn Menschen ihr Dasein Vögeln verdanken oder Wassertieren? Ihre körperliche Erscheinung und ihr Denken und Fühlen, ihre moralischen und ästhetischen Begriffe, ihre besonderen Fähigkeiten weichen in diesen Fällen von den unseren in besonderer Weise ab. Und die Eigenschaften eines fliegenden Menschen sind von denen eines schwimmenden wiederum himmelweit unterschieden, allein was die Schärfe der verschiedenen Sinnesorgane anbetrifft. Umgekehrt darf aber auch die Vorstellung von unsinnigen Menschenbildungen, grotesken Kombinationen und Konstellationen nicht geduldet werden. So wird ein Mensch seinen Verstand niemals im großen Zeh haben.“

 

„Auch das Herz“, sagte Schimansky, „sollte immer am rechten Fleck sein und nicht etwa in der Kniekehle.“

 

Geheimsache Norsk Hydro. Roman von Hasso Grabner

 

In Hasso Grabners Roman über Norsk Hydro steht eine Sabotage im Zentrum: die Leseprobe führt unmittelbar in die dramatische Verknüpfung von technischer Produktion, Besatzungsmacht und dem entschlossenen Handeln von Widerstandskreisen — deshalb ist dieses Buch unser Friday for Future‑Titel der Woche.

 

Der Maanelv schoss unter seiner dünnen Eisdecke gurgelnd dem Tinnsjö entgegen. Jetzt wünschten sich alle ihre Bretter herbei, mit ihrer Hilfe wäre das gegenüberliegende Ufer leicht zu erreichen. So musste einer nach dem anderen vorsichtig hinüberkriechen. Dann begann der mühevolle Aufstieg bis zur Rohrleitung. Von hier aus bis zum Werk waren es weniger als zweihundert Meter, aber was für zweihundert Meter! Halvor Varmevold begann, sie Schritt für Schritt zu gehen. Die anderen warteten in respektvoller Entfernung. In dieser Höhe tobte der Südwest. Sein Brausen übertönte jedes Geräusch, es würde sogar eine Minendetonation verschlucken. Vier Augenpaare starrten in die pechschwarze Nacht hinein, in der Halvor verschwunden war. Die Spuren seiner ersten drei Schritte waren eben noch im Schnee erkennbar, dann nichts mehr. Nach einer wie eine Ewigkeit anmutenden Zeit befahl Major Hammeren: „Los!“

 

Die Männer stakten von Schneeloch zu Schneeloch bergab. An der Werkmauer erwartete sie Halvor. Sie schlichen daran entlang bis zu einer Ecke. Zwei Minuten später standen sie vor einem schmiedeeisernen Tor, durch das die Werkbahngleise führten. Das Tor war mit einer schweren Eisenkette gesichert. „Halber Zoll“, flüsterte Kjell Syverstadt, „dreiviertel macht meine Schere ohne weiteres.“ Er hatte nicht zu viel versprochen, die Spezialschere schnitt die Kette durch. Leise öffneten sie das Tor einen Spalt und schlüpften hindurch.

 

Sie standen im Werkgelände. In den tiefen Straßenschluchten inmitten riesiger Gebäude herrschte schwarze Finsternis. Hier draußen klappte die Verdunklung. Die Männer atmeten auf. Patrouillierende Posten würden schon von weitem am Schein ihrer Lampen zu erkennen sein. An der ersten Hausecke verhielten sie einen Moment. „Von hier also wieder hinaus“, sagte Hammeren, und zu Tor Nielsen und Jan Skinndalen gewandt: „Was auch geschehen mag, bis hierher lauft durch. Dann sind wir wieder zu fünft, da soll uns mal einer aufhalten. Und nun los, Freunde.“

 

„Tor Nielsen und Jan Skinndalen nahmen den Kameraden ihre Sprengladungen ab und waren bald im Dunkel verschwunden. Harald Hammeren sagte zu den beiden Übriggebliebenen: „Ihr bleibt hier. Ich gehe weiter und postiere mich gegenüber der Wachstube. Leute, die dort herausstürzen wollen, halte ich wenigstens fünf Minuten auf. Wenn ihr meine MPi hört, rührt euch nicht von der Stelle. Ich komme hierher in euren Feuerschutz zurück. Nach menschlichem Ermessen müssten dann auch die zwei da sein. Der Alarm wird ja wohl erst nach dem Knall kommen. Und ein letztes Wort: Wenn wir drei oder einer von uns nicht zurückkommen und ihr könnt euch durchschlagen, schlagt euch durch. Drei Tote genügen auch. Verstanden?“

 

Halvor Varmevold schüttelte den Kopf. „Nein, nicht verstanden. Wir marschieren hier zu nft los oder gar nicht.“

 

„Ein Leutnant sollte einen Befehl schneller verstehen, Leutnant Varmevold“, antwortete Hammeren betont.

 

„In sechzig Minuten, so Gott will, verstehe ich jeden dienstlichen Befehl wieder, Harald Hammeren, dann wieder Major Hammeren. Jetzt kommandiert hier ein General mit Namen Ehre. Er sagt: Halvor – alle – oder keiner!“

 

„Genau!“, warf Kjell Syverstadt ein.

 

„Darüber unterhalten wir uns nach frühestens einundsechzig Minuten noch einmal“, seufzte der Major und ging davon.

 

„Drei Tage Arrest, alle beide“, kicherte Kjell.

 

Der Major schritt rüstig aus. In dem Windkanal, den die Gebäude links und rechts bildeten, heulte der Südwest, dass er seine eigenen Schritte nicht hören konnte. Langsam gewöhnte sich das Auge an das Dunkel. Sorgfältig zählte der Mann die Seitenstraßen. An der dritten bog er rechts ab und stand bald vor dem Verwaltungsgebäude, in dem dank Jomar Larsens Entgegenkommen das Wachkommando untergebracht war. Hammeren drückte sich in eine Hausnische gegenüber. Er begann, die Umrisse des Portals zu erkennen. Es war breit. Ausgezeichnet, dachte Hammeren, da kommen drei Mann zu gleicher Zeit herausgejagt und hinter ihnen drei weitere. Wenn ich sie alle sechs erwische, verkriechen sich die anderen erst einmal. Zehn Sekunden später machen sie das Licht aus und ziehen die Verdunklungsrollos hoch, die Zeit reicht gut für ein neues Magazin, dann ’rein in die Fenster, zwei Handgranaten hinterher und den Standort gewechselt. Nächster Akt, die Fenster unterlaufen. Fünf Minuten sind eine lange Zeit, aber fünf Minuten brauchen Tor und Jan, nach vorn zu rennen.

 

Ein schwacher Lichtschein huschte über die gegenüberliegende Hauswand. Harald fuhr herum und sah eine elektrische Lampe die Straße heraufkommen. Sie schwankte auf und ab, der Träger musste sie an der Brust befestigt haben. Hammeren stellte die Maschinenpistole ab und zog das Messer. Lärm war jetzt verboten, die beiden konnten bestenfalls dabei sein, die ersten Sprengladungen anzubringen. Der Posten musste lautlos fallen, wenn er das Pech hatte, etwas zu bemerken. Ihn still zu erledigen, dürfte bei dem Wind nicht allzu schwierig sein. Hammeren horchte in sich hinein. Klopft das Herz rascher? Das war eben doch ein Mensch, der da kam, und keine der Puppen, an denen dieses blutige Handwerk oft genug geübt worden war. Quatsch, Herzklopfen, Hemmungen. Sie hätten zu Hause bleiben sollen, es hat sie niemand gerufen.

 

Wir freuen uns, wenn Sie diese bunte Mischung entdecken — die Aktion läuft vom 23.10.2026 bis zum 30.10.2026. Bis zum nächsten Freitag: bleiben Sie neugierig und gute Lektüre wünscht Ihnen Ihr EDITION digital‑Team.

 

Ansprechpartner

 

Gisela Pekrul
Verlagsleiterin
Tel: +49 (3860) 505788
E-Mail: editiondigital@arcor.de

 

Über "EDITION digital Pekrul & Sohn GbR"

 

EDITION digital war vor 31 Jahren ursprünglich als Verlag für elektronische Publikationen gegründet worden. Der Verlag gibt Krimis, historische Romane, Fantasy, Zeitzeugenberichte und Sachbücher (NVA-, DDR-Geschichte) sowie Kinderbücher als barrierefreie E-Book heraus, einige auch als Hörbuch. Ein weiterer Schwerpunkt sind Grafiken und Beschreibungen von historischen Handwerks- und Berufszeichen sowie Belletristik und Sachbücher über Mecklenburg-Vorpommern. Bücher von DDR-Autoren werden als E-Book neu aufgelegt. Insgesamt umfasst das Verlagsangebot, das unter www.edition-digital.de nachzulesen ist, mehr als 1.800 Titel. Die Printsparte des Verlages war Ende 2025 von Ralf Jordan vom Geschichtlichen Büchertisch als Imprint übernommen worden.

 

EDITION digital: Newsletter 23.10.2026 - Zwischen Erinnerung, Heimatstimmen, Zauberland, galaktischer Groteske und