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Nadja Kirchner und der Sohn der Zanura. Teil 4 der Nadja-Kirchner-Fantasy-Reihe von Johan Nerholz
Autor:
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Preis E-Book:
11.99 €
Buch:
15.80 €
Veröffentl.:
17.02.2020
ISBN:
978-3-96521-214-5 (Buch), 978-3-96521-212-1 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 292 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Fantasie und Magie, Kinder-und Jugendbuch/Thriller und Spannung, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Freundschaft, Kinder-und Jugendbuch/Monster, Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Hunde, Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Drachen, Einhörner und Fabelwesen, Kinder-und Jugendbuch/Horror- und Geistergeschichten, Kinder-und Jugendbuch/Action und Abenteuer/Überlebensgeschichten, Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Menschenaffen, Affen usw., Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Bären, Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Frösche und Kröten, Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Vögel, Kinder-und Jugendbuch/Familie/Generationsübergreifend, Kinder-und Jugendbuch/Mädchen und Frauen, Kinder-und Jugendbuch/Legenden, Mythen, Fabeln/Andere, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Selbstwertgefühl und Selbstständigkeit
Kinder/Jugendliche: Action- und Abenteuergeschichten, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Persönliche Sicherheit, Kinder/Jugendliche: Horror- und Geistergeschichten, Kinder/Jugendliche: Fantasy und magischer Realismus, Kinder/Jugendliche: Natur- und Tiergeschichten, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Familie, Kinder/Jugendliche: Familienromane, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein, empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
Fantasy, Hund, Rabe, Hexe, Geier, Freundschaft, Zauber, Dämonenhund, Untote, Selbstverteidigung, Zyklopen, Däumlinge, Halbwelt, Zeitreisender, Waldschrat, Tauben, Fantasiegestalten, Bären, Kröten, Affen, Elfen, Riesenechse, Schlangen, Riesenadler, Kampf, Heilung
12 - 99 Jahre
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Aufgabe für Bernadette

Nadja hatte am nächsten Tag nach ihrem Unterricht auch wieder ihre Unterweisungen von Jara erhalten und war gerade auf dem Weg zum Beschleunigungsgang. Sie wollte schnellstens nach Hause und war wieder einmal todmüde. Das kam in letzter Zeit immer häufiger vor. Neben ihren Unterweisungen musste sie dieses Mal Jara bei einer komplizierten Behandlung assistieren. Ein junger Rabe hatte bei einer Ausbildungsstunde von Taukius innere Verletzungen davongetragen. Dieses Mal erlebte Nadja das erste Mal, wie anstrengend das Heilen für Jara wirklich werden konnte. Jara war nach den Konzentrationstechniken, die sie bei dem verletzten Raben anwendete, so erschöpft, dass Nadja Beila holen ließ, die sich erst einmal um Jara kümmerte, während Nadja den jungen Raben, der von ihr in einen Tiefschlaf versetzt wurde, in eines der hohen Krankennester bringen ließ. Die Technik, die man für den Tiefschlaf benötigte, hatte ihr Beila erst vor kurzem beigebracht: Eine Kombination von Abkühlung und Erwärmung, während man den Patienten berührte. Diese Technik war anstrengend und der Grund dafür, weswegen auch sie jetzt müde und erschöpft war. Die Bannherrin hatte nur noch Sehnsucht nach ihrem Bett. Aber sie wusste, dass es damit an diesem Tag noch nichts werden würde. Sie hatte noch einiges für die Schule zu erledigen. Es war schon spät und in einer Stunde würde es dunkel sein. Doch dann lief ihr in der Senke jemand über den Weg, den sie hier nie vermutet hätte.

„Was machst du denn hier?“ Fragend sah sie Bernadette an, die unvermittelt vor ihr stand, und war sofort wieder wach. Bernadette war wie Iri eine Wasserhexe und sogar entfernt mit dieser verwandt. Als Nadja vor über einem Jahr die Insel der Koniketen besucht hatte, lernte sie Bernadette an der Küste unweit dieser Insel kennen. Diese Wasserhexe war ebenfalls für das Gelingen der Aktion auf der Insel mit verantwortlich gewesen. Bernadette sah Nadja fröhlich an.

„Sei gegrüßt. Iri hat mich gebeten, eine Weile hierher zu kommen, um mit ihr in ihrer Höhle zu leben!“ Nadjas Erstaunen wurde noch größer. Sie hatte noch nie erlebt, dass Iri Besuch bekam. Ganz im Gegenteil. Die Höhle hütete sie wie den heiligen Gral und lediglich Kajik hatte Zutritt. Selbst wenn Iri zeitweilig die Senke verließ, war Iris Höhle für alle anderen in der Senke tabu und Kajik hatte während Iris immer wieder vorkommenden Abwesenheit eine Wächterrolle für ihre gemeinsame Behausung übernommen, die er sehr ernst nahm. Besuch war bei Iri einfach nicht vorgesehen.

„Schön“, sagte Nadja. „Bei der Gelegenheit kann ich mich wenigstens bei dir noch einmal für deine Hilfe vor einem Jahr bedanken. Es ging damals ja alles so schnell, als wir uns vor den Koniketen in Sicherheit bringen mussten. Ich wusste zuerst nicht einmal, was aus dir wurde. Aber mir wurde dann gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Du würdest es schon so einrichten, dass die Koniketen dir nichts anhaben!“ Bernadette hörte zu und lächelte hintergründig.

„Das stimmt. Korfylos und ich verschwanden zur selben Zeit in verschiedene Richtungen, ohne Spuren zu hinterlassen. Auch der Kuriergeier hinterließ keine Spuren und Raben tun das sowieso nicht. So konnten die Koniketen keinen von uns verfolgen. Haben dir die Raben das nicht erzählt?“ Nadja schüttelte erstaunt den Kopf. Iri runzelte die Stirn. „Aber ich bin nicht hier, weil ich heimatlos geworden bin, sondern wegen des Zanurakindes.“

„Dieses kleine Scheusaal?“

„Genau! Zu diesem kleinen Scheusal gehe ich jetzt gerade.“

„Na dann, viel Spaß!“

„Den werde ich haben. Komm doch einfach mit! Dann können wir uns noch ein wenig unterhalten.“ Nadja zögerte. Sie hatte es seit der Begegnung mit dem Kind der Zanura in der Senke vor einigen Tagen vermieden, noch einmal dorthin zu gehen, denn es hatte sich ja gezeigt, dass das Junge ihr gar nicht wohl gesonnen war. Sie wollte nicht, dass dieses katzenartige Wesen ihretwegen mehr Stress hatte, als unbedingt notwendig war. Es musste ja schon mit der Gefangenschaft fertig werden. Bernadette schien zu ahnen, was in ihr vorging. „Komm einfach mit. Du wirst schon sehen“, sagte sie und lächelte hintergründig. Also begleitete Nadja die Wasserhexe vom Meer das kurze Stück zum Banngehege des kleinen Wesens.

„Lebst du wirklich bei Iri in der Höhle?“ Bernadette nickte und grinste über das ungläubige Gesicht von Nadja. Auch sie schien zu wissen, dass Iri eigen war, wenn es um ihre Behausung ging. Dann waren sie auch schon am Gehegebann des Zanurajungen angelangt. Zu Nadjas Überraschung lief Bernadette einfach durch den Bann hindurch und stand jetzt ungeschützt vor dem Kleinen. Nadja erstarrte, doch es passierte nichts. Das Zanurakind hatte Bernadette noch nicht einmal bemerkt. Als es dann aber die Wasserhexe sah, kam es freudig auf sie zugesprungen und war Bernadette gegenüber lieb und anschmiegsam. Es sah so aus, als hätte es die Ankunft der Wasserhexe schon sehnsüchtig erwartet.

Bernadette kraulte dem Kleinen Kopf und Rücken und der gab leise und wohlig klingende Schnurrlaute von sich, die wie die einer normalen Hauskatze klangen, wenn auch um einiges lauter. Zärtlich nahm der kleine Zanura die Hand von Bernadette in ihren zahnbewehrten Rachen. Aber dann hatte das Junge Nadja gesehen.

Fauchend duckte es sich und dann sprang es los. Aber nun passierte etwas Unglaubliches. Bernadette sprach es laut und energisch an und das Junge kehrte sofort zu der Wasserhexe zurück. Nun streichelte sie wieder das Kleine und lobte es ausgiebig, weil es sich wieder beruhigt hatte. Anschließend stand Bernadette auf und ging einen Augenblick beiseite. Als sie wieder bei dem Jungen war, trug sie einige übereinandergestapelte kleinere Holzkästen. Nadja konnte nun beobachten, wie Bernadette diese Kästen nach und nach öffnete. Es huschten Ratten heraus, die von dem jungen, katzenartigen Wesen sofort gejagt, gefangen und vertilgt wurden. Keine Futteraggression kam dabei gegenüber Bernadette auf, die immer noch die ganze Zeit im Gehege war. Nadja wusste nicht, ob sie fasziniert oder fassungslos sein sollte.

„Wo bekommt ihr überhaupt die Ratten her?“, wollte Nadja wissen

„Das erledige ich. Die müssen gefangen werden, aber auf den Äckern treiben sich mehr als genug von denen herum. Das einzige Problem ist, dass jede gefangene Ratte von Jara untersucht werden muss. Die Menschen legen Rattengift und vergiftete Ratten dürfen natürlich nicht verfüttert werden!“ Mit diesen Worten hatte Bernadette den nächsten Kasten geöffnet. Nadja hielt sich ein wenig zurück. Ratten waren nicht die Tiere, die sie favorisierte. Ihre Großeltern waren froh, wenn sie keine auf dem Gehöft sahen. Hin und wieder kam es zwar vor, dass sich die eine oder andere Ratte bei ihnen in die Scheune oder in die Ställe verirrte, aber dieser Zustand wurde immer sehr schnell beendet. Meistens sorgte der Kater Odysseus dafür. Auch Barry war nicht begeistert, wenn er eine witterte oder sah und kümmerte sich zügig darum.

„Woher kannst du das so gut?“ Bewundernd beobachtete sie weiterhin, wie problemlos Bernadette mit dem Kleinen zurechtkam. Die zuckte mit den Schultern. Das Zanurakind schien inzwischen satt zu sein, denn die letzte im Gehege umherlaufende Ratte wurde von dem Kleinen gejagt und dann spielte es mit ihr. Die Ratte quiekte dabei ängstlich. Das kannte Nadja von ihrem Hofkater Odysseus auch, nur dass der das mit den Mäusen machte, die er auf dem Anwesen der Kirchners fing. Nadja fand das immer grausam. Aber sie wusste auch, dass das eben die Natur der Katzen war.

„Ich bin in unseren Kreisen dafür bekannt. Früher habe ich immer wieder außergewöhnliche Wesen in meinem Heim gehalten und gezähmt. Iri weiß das und hat mich gefragt, ob ich es nicht einmal mit dem kleinen Zanura versuchen möchte. Da habe ich sofort zugesagt und bin hergekommen.“

„Und du kannst, wie ich sehe, tatsächlich damit umgehen!“ Das Auftreten des jungen Wesens vor ein paar Tagen hatte Nadja noch sehr gut vor Augen, als sie das sagte. Bernadette nickte.

„Ich habe mal als junges Mädchen eine Zanura aufgezogen. Sie hatte ihre Mutter verloren und hätte ohne Hilfe nicht überlebt. Später brachte ich sie zu ihrem Stamm zurück. Das war damals noch ohne weiteres möglich, weil sie sich noch nicht vor Iorla versteckten. Diese Wesen schenken schnell denen das Vertrauen, die sie richtig zu behandeln wissen“, sagte Bernadette. Dabei beobachtete sie den kleinen Zanura liebevoll.

„Wie macht man das?“ Nadja wurde neugierig.

„Ich musste das Kleine einfach nur direkt und angstfrei anschauen, mich erwärmen und dabei den Gaseuszauber anwenden! Wenn man das einmal mit ihnen gemacht hat, greifen sie nicht mehr an. Dann muss man nur noch ihr Vertrauen gewinnen und das ging bei ihm hier ganz schnell. Wahrscheinlich ist das Junge froh, dass es Gesellschaft hat.“ Ungläubig hörte Nadja diese Worte, wollte ihnen aber keinen Glauben schenken.

„Du beherrschst den Gaseuszauber?“ Bernadette nickte

„Willst du ihn lernen?“ Neugierig betrachtete sie die Bannherrin der Senke.

„Ich dachte immer, dass ihn nur ganz wenige Raben beherrschen“, antwortete sie der Wasserhexe.

„Das ist auch so“, sagte Bernadette nun. „Aber ich beherrsche ihn auch und in Kombination mit den anderen von mir erwähnten Dingen ist das die Methode, um den kleinen Zanura zu bändigen!“

„Wie lange muss man denn täglich trainieren, um das zu können?“ Nadja stellte diese Frage zwar, wusste aber, dass sie eigentlich gar keine Zeit dafür hatte.

„Täglich eine halbe Stunde! Alles andere wäre unrealistisch.“ Nadja dachte einen Moment nach. Der Gaseuszauber wäre für ihre Verteidigung sehr nützlich. Sie dachte an die Dämonenhunde, denen Rontur einmal diesen Zauber auf den Hals gehetzt hatte und welche Wirkung der bei ihnen entfacht hatte. Aber sie wäre nie auf die Idee gekommen, dass auch sie diesen Zauber erlernen könnte und wurde neugierig.

 

Nadja Kirchner und der Sohn der Zanura. Teil 4 der Nadja-Kirchner-Fantasy-Reihe von Johan Nerholz: TextAuszug