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Auftrag für eine Nacht. Kriminalroman von Klaus Möckel
Autor:
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Preis E-Book:
7.99 €
Veröffentl.:
02.08.2012
ISBN:
978-3-86394-724-8 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 206 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Thriller/Spannung, Belletristik/Thriller/Verbrechen, Belletristik/Krimis & Detektivgeschichten/Privatdetektive, Belletristik/Krimis & Detektivgeschichten/Polizeiprozesse
Kriminalromane und Mystery: Polizeiarbeit, Thriller / Spannung, Kriminalromane und Mystery
Mord, Detektiv, Sexsklaven, Korruption, Erpressung, Mädchenhandel, Zuhälter, Grundstückspekulant
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Die Scheune gehörte zu einem Gehöft, niedrige alte Häuser schlossen sich seitlich an, weiter hinten lag der Friedhof. Ich trat aus der Backofenhitze in den Schatten, wo es etwas kühler war, und fingerte nach den Autoschlüsseln. Zuletzt hatte ich in die Sonne geschaut und war noch geblendet, sonst hätte ich vielleicht eher bemerkt, dass mit dem Trabant etwas nicht stimmte. Als ich das zerbrochene Fenster entdeckte, war es zu spät, mir bohrte sich bereits ein Stück Metall in den Rücken, das ich durchaus für die Mündung eines Schießeisens halten durfte. Eine fast freundliche Stimme befahl: »Keinen Laut, und eine halbe Drehung nach links! Wir marschieren ganz friedlich dort um die Ecke.«

Ich gehorchte, was blieb mir anderes übrig. Aus einem Häuschen weiter vorn trat eine jüngere Frau mit ihrem Pudel. Ein niedliches rabenschwarzes Hundchen. Ich stieß einen Ruf aus, der aber schon im Ansatz abbrach, denn der Pistolenlauf presste sich mir prompt tiefer ins Fleisch. Er brachte mir schmerzhaft zu Bewusstsein, dass ich mir keine Mätzchen erlauben durfte. Die Frau und der Hund entfernten sich, ohne mich und meinen Begleiter zu beachten.

»Vorwärts«, knurrte die Stimme hinter mir nun ärgerlicher, und ich setzte mich in Bewegung. Allerlei Gedanken wirbelten mir durch den Kopf, die Frage etwa, wer sich da zu welchem Zweck meiner Person bemächtigen wollte, aber auch die Überlegung, nach hinten auszuschlagen, mich zur Seite zu werfen, wegzurennen. Doch mit versengter oder gar durchlöcherter Haut herumzulaufen, erschien mir unangenehm. So siegte die Vernunft, wenn es Vernunft war.

Bis zur Ecke brauchten wir nur ein paar Schritte zurückzulegen, dahinter stand mit laufendem Motor ein Wagen. Dunkelgrau und lackglänzend, es war der Renault von vorhin. Wie schon vermutet, hatte ich ihn lediglich vorübergehend abgehängt.

Ein Kerl mit kantigem, blassem Gesicht unter einem breiten Mützendach saß hinterm Lenkrad, fast schon ein guter Bekannter. In der Speisenbar hatte er getan, als gucke er an mir vorbei, jetzt grinste er mich dämlich an. Aber auch tückisch: Uns kannst du nicht reinlegen, Freundchen.

»Einsteigen«, befahl der Mann in meinem Rücken und öffnete die hintere Tür. Noch immer von der Waffe bedroht, kroch ich auf die Sitzbank, die dunkelgrau wie das ganze Auto war. Der andere schob sich neben mich, und ich konnte nun sein Gesicht sehen. Eine rote, wahrscheinlich von einem Boxhieb platt gequetschte Nase und ein großer Mund. Gebräunte Wangen unter einer hohen, glatten Stirn. Etwas intelligenter als sein Kumpan schien er zu sein.

»Was wollt ihr von mir?« Ich versuchte meiner Stimme Festigkeit zu verleihen.

»Schön die Schnauze halten, die Fragen stellen wir. Aber jetzt fahren wir erst mal ein Stück. Dorthin, wo wir mehr Ruhe haben. Los, Blacky, schieb den Wagen an.«

Der Blasse wurde demnach Blacky genannt. Auch Ganoven haben mitunter Humor. Und dass es sich um Ganoven handelte, bezweifelte ich nicht. Die Frage war nur, in wessen Auftrag und weshalb sie mich kidnappten.

Wir rollten im fünfziger Tempo durch den kleinen Ort - bloß keine Verstöße gegen die Verkehrsordnung. Ich hielt verzweifelt nach einem meiner wenigen Bekannten hier Ausschau, nach dem Bürgermeister Hollweber, seiner Sekretärin. Frau Schmanze... Vielleicht lief mir jemand von ihnen über den Weg. Aber natürlich war diese Hoffnung vergebens, nur völlig Fremde befanden sich auf den Straßen. Andererseits, was hätten Bekannte geändert, ich wusste ja, dass ich mich in meiner Lage niemandem bemerkbar machen konnte.

Dann kam das Ortsausgangsschild, und Blacky drehte plötzlich auf, als wollten wir von einer Startbahn abheben. Die Bäume rechts und links flogen nur so vorbei, Pkws wurden überholt, selbst wenn sie neunzig oder hundert Stundenkilometer dagegensetzten. Bei der wilden Jagd begannen die Augen des Blassen zu glänzen, das sah ich im Innenspiegel. Der Kerl neben mir jedoch verzog keine Miene. Freilich wurde Blacky nach kurzer Zeit wieder langsamer, und wir bogen in einen Feldweg ein. Dann in einen zweiten. Schließlich - ein Waldstück hatte sich zwischen uns und die Landstraße geschoben - hielten wir an einer wilden Müllkippe.

 

Auftrag für eine Nacht. Kriminalroman von Klaus Möckel: TextAuszug