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12.-15. März 2020
Halle 4, Stand B 301/401

Blitzard. von Martin Meißner
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Preis E-Book:
7.99 €
Veröffentl.:
02.08.2013
ISBN:
978-3-86394-208-3 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 204 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Tiere/Vögel, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Ausreißer, Kinder-und Jugendbuch/Jungen und Männer, Kinder-und Jugendbuch/Leser/Mittleres Niveau, Kinder-und Jugendbuch/Natur und die natürliche Umwelt/Umwelt
Kinder/Jugendliche: Natur- und Tiergeschichten, Kinder/Jugendliche: Gegenwartsliteratur, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Ausreißer, Kinder/Jugendliche: Soziale Themen: Umwelt
Taubenwettflug, Diebstahl, Kinderheim, Schulschwänzer, Naturschutz, Aberglaube, Taubenzucht
10 - 99 Jahre
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Für Laleikes wurde es Zeit, das Pony Sina rauszubringen. Der Vater zäunte eine Brachfläche in der Nähe ihres Hauses ein und errichtete eine Viehkoppel.

Das bevorstehende Ereignis des ersten Weideganges versetzte die Familie in große Aufregung. Frau Laleike, Volker und Susanne warteten vor dem Hof, als der Vater die junge Ponystute nach draußen brachte. Mit beiden Händen hielt er den Zügel. Es bereitete ihm Mühe, das kleine schwarze Pferd zu bändigen, das mit kurzen Tritten vorwärtsdrängte. Sein Gesicht war ernst. Die Erregung, die ihn genau wie Frau und Kinder gepackt hatte, verbarg er tief in seinem Innern, damit sie sich nicht auf das Tier übertrug.

Während er sich der Koppel näherte, folgte die Familie nach. Alles schien gut zu gehen, als eine Windböe plötzlich eine herumliegende Plastetüte erfasste und in die Höhe trieb. Sina scheute, bäumte sich auf und riss sich frei.

Jetzt bot sich Herrn Laleike die günstige Gelegenheit, der Familie zu zeigen, dass er vom Umgang mit Pferden mehr verstand als von der Taubenzucht. Das Einfangen schien auch keine besondere Kunst zu sein, da sich das Pony nicht weit entfernte, sondern gleich seinen Kopf senkte und zu grasen begann. Laleike schlich sich heran. Das Pferd schien ihn nicht zu beachten. Es hielt beständig sein Maul am Boden, ertastete mit der Oberlippe die Gräser und biss sie mit den Zähnen dicht über der Wurzel ab, dass es knirschte. Dabei vergaß das Tier alles um sich her.

Der Mann bückte sich, um den Zügel zu ergreifen. Aber als er zupacken wollte, machte Sina ein paar Schritte zur Seite. Laleike fasste ins Leere.

„Ruhig! Ruhig!“, redete er nun begütigend auf das Tier ein. Er näherte sich geduckt von links, von rechts. Er kam von hinten, er trat forsch von vorn heran. Alles umsonst!

Als er zu guter Letzt wie ein Fußballtorwart nach dem Zügelende hechtete, schreckte das Pony und setzte mit gehörigen Sprüngen am Weg entlang.

Aber dies war keine Flucht. Das Tier verfiel schnell wieder in einen Trab. Dabei riss es ein paar Büschel Gras heraus, als müsste es sich ohne diese Stärkung seinem Verfolger ergeben.

Laleike zog seine Jacke aus und öffnete den oberen Kragenknopf. Er ärgerte sich, dass ihm das kleine Pferd an Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit und Schnelligkeit überlegen sein wollte.

So legte er alle Vorsicht ab. Anstatt sich wie ein listiger Jäger zu nähern, entschied er sich, im ungestümen Dauerlauf das Tier zu ermüden, um es dann leicht einfangen zu können.

Sina nahm den Wettkampf an. Sie schlug übermütig mit den Hinterhufen nach oben, dass es in der Luft zu knallen schien. Sie schwenkte den Kopf und preschte voran. Laleike blieb zurück, gab aber nicht auf, obwohl ihn ein Seitenstechen zu quälen begann.

Das Zähnezusammenbeißen schien sich tatsächlich auszuzahlen. Plötzlich sah sich das Pferd nach seinem Verfolger um und blieb stehen, als müsste es seine Unterlegenheit bekennen.

Als Laleike schon den Arm ausstreckte, um den Zügel zu erfassen, setzte sich das Tier aber wieder in Bewegung. Kurz entschlossen änderte es die Richtung und stiebte über den losen gepflügten Acker davon.

Der Mann blieb stehen. Schwer atmend schaute er dem fliehenden Pony nach, das in rasanten übermütigen Sprüngen davongaloppierte.

Endgültig gab er auf und kehrte um. Als er seine Frau und die Kinder erreichte, lächelte er verlegen. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn.

 

Blitzard. von Martin Meißner: TextAuszug