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Doppelzweier. von Hans-Ulrich Lüdemann
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Preis E-Book:
6.99 €
Veröffentl.:
07.11.2012
ISBN:
978-3-86394-899-3 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 193 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Sport und Freizeit/Wassersport, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Freundschaft, Kinder-und Jugendbuch/Soziale Fragen/Selbstwertgefühl und Selbstständigkeit
Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen. Freunde und Freundschaft, Kinder/Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein, Kinder/Jugendliche: Sportromane
Rudern, Freundschaft, Ehrlichkeit, Kameradschaft, Wettkampf
10 - 99 Jahre
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Heiner öffnete. Als er Pinne erkannte, verzog er das Gesicht, als ob er Zahnschmerzen hätte. „Komm rein, ich weiß schon Bescheid", murmelte er zur Begrüßung.

Sie gingen in das Wohnzimmer. Bücher und Schulhefte lagen auf dem Tisch verstreut.

Pinne setzte sich. „Was jetzt?"

Eine Pause entstand. Heiner ordnete die herumliegenden Schulsachen. Pinne war ja nicht nur gekommen, um zu berichten, wie das passieren konnte, dass Rieke Habedank von ihrem System erfuhr, sondern es mussten gleichzeitig auch die anstehenden Hausaufgaben erledigt werden. So oder so.

„Rieke macht jedenfalls nicht mehr mit", sagte Klas, weil es zu lange still war.

„Wenn es bloß das ist, Käptn Zühlow setzt dir auch einen Sandsack auf den Rollsitz."

Wieder schwiegen beide. Pinne überschlug in Gedanken den Trainingsausfall von Heiner Kruse. Es waren nunmehr sechs Wochen. Und er machte sich nichts vor, das war kaum wieder einzuholen. Eine Idee wäre das mit dem Sandsack schon, aber es war nichts gegen jemand im Boot, dem er beweisen kann, wie viel in ihm, in Klas Miggelsen, steckte. Mit Rieke Habedank im Doppelzweier hatte er großartige Leistungen vollbracht; wie es mit dem Sandsack sein würde - Klas Miggelsen zauderte. „Kommt deine Mutter bald aus der Klinik?"

„Zwei bis drei Wochen werden noch draufgehen", antwortete Heiner.

Niedergeschlagen saßen beide am runden Tisch. Heiner fühlte, dass er bald genug haben würde von diesem Hin und Her. Dass er nicht trainieren konnte, dafür gab es stichhaltige Gründe. Mussten sie es denn übers Knie brechen wollen, den Sieg über Frank und Thomas? Auf seinen Vorschlag vor zwei Monaten, dass Klas abwechselnd mal mit Thomas, mal mit Frank hätte skullen können, hatte Pinne strikt abgelehnt. Die Konkurrenz in ihre Karten schauen lassen, so weit kam es noch!

Klas Miggelsen streckte jetzt seine Beine lang aus. Müdigkeit überfiel ihn. Das Training steckte ihm in den Knochen, aber diese Mattigkeit war früher ein gutes Gefühl gewesen. Zeugte sie doch von absolvierten Kilometern auf dem Wasser. Heute war das anders. Nach dem Malheur mit dem Skiff und den anderen Geschichten, an die er besser nicht dachte, traf ihn jetzt auch noch die Schuld, dass Rieke die Segel gestrichen hatte. Pinne ertappte sich dabei, dass er mit dem Gedanken spielte, Frank anzusprechen. Vielleicht bestand die Möglichkeit, dass Frank und er in einem Doppelzweier die Rennen bestreiten würden? Klar, das wäre ein Schritt, um die Medaillen im Sommer nicht anderen zu überlassen.

„Was jetzt?", fragte Pinne wie zu Beginn, diesmal aber, um sich zu vergewissern, ob Heiner einen Ausweg sah. Wenn nicht, dann musste er, Klas Miggelsen, sich etwas einfallen lassen. Wie er sich mit Frank einigte, beispielsweise. Was Heiner betraf, so war es für Pinne selbstverständlich, dass der zugunsten des besseren Skullers verzichten würde. Das wäre nicht mehr als berechtigte Fairness, dachte Pinne, als er auf Heiners Antwort wartete.

„Keine Ahnung", Heiner Kruse zuckte mit den Achseln.

Das bestärkte Pinnes geheimen Entschluss, mit Frank zu sprechen. Heiner schlug nunmehr sein Mathematikheft auf, in dem alle Aufgaben bereits vorgerechnet waren. Für Klas Miggelsen, damit dieser ohne Zeitverzug und in aller Ruhe das Trainingspensum für den Doppelzweier schaffte.

 

Doppelzweier. von Hans-Ulrich Lüdemann: TextAuszug