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Paulchen, Schnaps und Schweinespeck von Wilhelm Eickhoff, Irma Köhler-Eickhoff (Autor)
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Preis E-Book:
9.99 €
Buch:
12.80 €
Veröffentl.:
15.05.2019
ISBN:
978-3-96521-132-2 (Buch), 978-3-96521-133-9 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 140 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Humorvoll, Belletristik/Kurzgeschichten, Belletristik/Biografisch, Belletristik/Familienleben
Generationenromane, Familiensagas, Familienleben, Belletristik: Humor, Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Heranwachsen, Belletristik: Erzählungen, Kurzgeschichten, Short Stories, Niedersachsen, Deutschland: Kalter Krieg (1945 bis 1990 n. Chr.)
Landleben, Schweine, Humor, Satire, Familienleben, Freunde, Pferde, Hund, Schnapsbrennen
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Schnaps und Schweinespeck II

Das Abholen und Kennzeichnen der Schweine blieb immer gleich. Das Wiegen aber artete diesmal dahingehend aus, dass fast alle Schweine nur Schnapszahlen auf die Waage brachten, was bedeutete, dass ein Schnaps nach dem anderen ausgegeben und getrunken werden musste. Vorsorglich hatte der Wirt bereits wie üblich Tatar und diesmal auch zusätzlich belegte Brote bereitgestellt. Eine gute Grundlage für das bevorstehende Gelage, aber auch, damit die durstigen Männer ordentlich was vertragen konnten.

Bild 8: Und jetzt wieder auf die 99 Kilogramm

Nach einigen feucht-fröhlichen Stunden machte sich dann doch die Erschöpfung breit und es ging ans Abrechnen der vielen Runden. Diesmal blieb nach dem Bezahlen der Zeche weniger Geld übrig als sonst. Die meisten Bauern konnten nicht mehr gerade gehen, geschweige denn, auf ihren Wagen klettern. Der Wirt zögerte nicht lange, sondern verfrachtete einen Bauern nach dem anderen auf seinen Wagen, gab den Pferden einen kräftigen Klaps aufs Hinterteil und trieb so die Gespanne, eins nach dem anderen, in Richtung Heimat. Die betrunkenen Bauern streckten sich bald auf dem Boden des Wagens lang aus und schliefen wegen des Ruckelns schnell ein.

Die Pferde trotteten brav den bekannten Weg nach Hause und blieben erst vor ihrem heimatlichen Stall stehen. Dort wurde das Gefährt von den verärgerten Bäuerinnen bereits sehnlichst erwartet. Sie spannten die Pferde aus, brachten sie in den Stall, gaben ihnen Wasser und Futter und wandten sich danach ihren laut schnarchenden Ehemännern zu. Die Verwunderung war auf beiden Seiten groß, als die Männer sich nach der kalten Dusche, die die Frauen ihnen mit einem Eimer Wasser verpasst hatten, erschreckt aufrappelten und über die Seitenbretter des Wagens sahen. Verwundert sahen sie sich um und kletterten mühsam herunter. Sie mussten sich aber an dem Wagen noch gut festhalten, blickten sich unsicher um und hatten nur eine Frage:

„Wo bin ich?“ und zu der Frau gewandt: „Und wer bist du?“

Der Kopf brummte und so ganz klar war der Blick der Männer auch noch nicht wieder. Manch einer zweifelte jetzt an seinem Verstand und hoffte, nur zu träumen. Die Frauen hingegen ahnten sofort, wie diese Verwechslungen zustande gekommen waren. Der Wirt hatte zwar dafür gesorgt, dass die Männer sicher nach Hause kamen, aber er hatte nicht darauf geachtet, dass jeder Bauer auch auf seinem eigenen Wagen gelandet war.

Die Männer benötigten eine Weile, bis sie alles begriffen hatten. Nach einiger Zeit ahnten auch sie, wo sie sich jetzt befanden. Schwankend, vor den empört schimpfenden Frauen fliehend, machten sie sich endlich zu Fuß auf den Heimweg. Die eigentliche Strafpredigt, das wussten sie, erwartete sie jetzt noch einmal zu Hause. Entsprechend langsam ging es voran, der Kopf brummte und jeder Schritt fiel schwer. Alle möglichen Ausreden wurden überlegt, aber keine würde überzeugen. Das Unheil, das sie erwartete, kam mit jedem Schritt näher. Einige dieser betrunkenen Gesellen werden sich vielleicht unterwegs auch noch begegnet sein. Den Frauen blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis ihre Männer endlich nach Hause geschwankt kamen, denn sie wussten ja nicht, auf welchem Hof ihr Ehemann gelandet war. Die nächsten Schweine würden zum Glück erst wieder in circa vier Wochen verkauft werden.

Paulchen, Schnaps und Schweinespeck von Wilhelm Eickhoff, Irma Köhler-Eickhoff (Autor): TextAuszug