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Der Durst der Seele. Mein Weg vom Pimpf zum NVA-Offizier, CIA-Agenten und Alkoholiker - Ein Lebensbericht von Ernst Klatt
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Preis E-Book:
7.99 €
Buch:
10.00 €
Veröffentl.:
01.01.1998
ISBN:
978-3-931646-23-3 (Buch), 978-3-931646-82-0 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 177 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Biografisch, Belletristik/Krieg & Militär, Belletristik/Krimis & Detektivgeschichten/Polizeiprozesse, Belletristik/Familienleben, Belletristik/Politik, Belletristik/Thriller/Spionage
Moderne und zeitgenössische Belletristik, Biografien: historisch, politisch, militärisch, Mecklenburg-Vorpommern, 1940 bis 1949 n. Chr., Deutschland: Kalter Krieg (1945 bis 1990 n. Chr.), Deutschland: Weimarer Republik (1918 bis 1933 n. Chr.)
NVA, Zuchthaus, DDR, Alkoholiker, CIA
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Westmecklenburg

Neue Heimat, neues Leben (1945 - 1951)

Nach einigen Tagen Fahrt kamen wir im mecklenburgischen Alt Jabel, Kreis Ludwigslust, mit unseren Habseligkeiten an. Wir wurden vom Bahnhof mit Pferdewagen nach Neu Jabel gebracht. Dort sammelte man die Flüchtlinge in einen Saal. Wir waren ungefähr 200 Leute, einige auch aus Graudenz, aber auch die kannten wir, bis auf eine Familie, nicht. Wir wurden auf die einzelnen Gehöfte verteilt. Meine Mutter sollte zu Albrechts. Der Bauer B. fragte sie, ob ich nicht zu ihm kommen könne. Seine drei Söhne wären im Krieg. Ich könnte ja auch jeden Abend zur Mutter "nach Hause". Ich ging mit.

Neu Jabel, ein verschneites Dorf im Januar 1945. Vielleicht 200 Einwohner; es war ein Reihendorf, d.h. die Häuser standen an der Straße, und hinter ihnen lag das dazu gehörende Land. Die meisten Bauern hatten aber auch noch gepachtetes Land an anderen Stellen. Das Dorf bestand aus Bauern, Büdnern und Häuslern. Die Büdner hatten zwar weniger Land als die Bauern, aber wenigstens Pferde zur Bewirtschaftung ihres Ackers, die Häusler spannten meistens Kühe vor den Wagen. Die Kühe wurden auch zum Pflügen und zu anderen Arbeiten verwendet. Außerdem gaben sie ja auch Milch. Zum ersten Mal sah ich, dass auch Kühe in der Lage sind, einen wagen zu ziehen.

Bei B.s bekam ich erst einmal etwas Warmes zu essen. Dann ging ich zu meiner Mutter. Sie hatte zwei Zimmer und eine kleine Küche bekommen, die Wohnung war aber bis auf einen Schrank und die Betten leer. Da standen wir nun, arm wie Kirchenmäuse, ohne Hab und Gut. Dieses eine Mal war meine Mutter doch traurig und verzagt. Aber sie verbarg es, so gut es ging.

Sie erhielt Lebensmittelkarten, die Versorgung war etwas besser als in Graudenz, Gemüse und Kartoffeln bekam man hier leichter ...

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