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Kapitän Corinna von Christa Grasmeyer
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Preis E-Book:
7.99 €
Veröffentl.:
24.08.2014
ISBN:
978-3-95655-033-1 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 262 Seiten
Kategorien:
Kinder-und Jugendbuch/Sport und Freizeit/Basketball, Kinder-und Jugendbuch/Liebe und Romanze, Belletristik/Liebesroman/Erwachsenwerden
Kinder/Jugendliche: Liebesromane, Freundschaftsromane, Kinder/Jugendliche: Sportromane, Liebesromane
Volleyball, Nationalmannschaft, Schwerin, Kinder- und Jugendsportschule, Schwerin, Spartakiade, Internat, Jugendliebe
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Er lächelte. „Oder meinst du, ich bin ungerupft aus dieser Sache hervorgegangen? Erst Rosi und dann du. Das hat man mir schwer verübelt.“

Corinna wusste, solche Vorfälle zogen weite Kreise, bis ins Generalsekretariat des Volleyballverbandes.

Til aber, als Corinna ihm davon erzählte, lachte nur. Er hörte, wenn es um die Mannschaft ging, meistens nur mit halbem Ohr zu, und Randolfs Sorgen und Nöte ließen ihn völlig kalt. Wichtiger war für ihn, wie sie an Corinnas Geburtsurkunde herankämen. Die brauchten sie zur Anmeldung der Hochzeit auf dem Standesamt, aber auf keinen Fall wollte Corinna schon jetzt ihre Eltern in Makropanik versetzen. Ohnehin wurde sie zu Hause jedes Mal mit Fragen nach Til bedrängt, und wenn sie dann antwortete, sie sei noch mit ihm zusammen, sagte der Vater frostig: „Du musst ja wissen, was du lieber am Halse hängen haben möchtest, eine Medaille oder diesen Bengel.“

Darüber ging Corinna mit äußerem Gleichmut hinweg, aber sie dachte an den Tag, da sie den Vater vor vollendete Tatsachen stellen würde. Mit Randolf dagegen hätte sie gern über die Heirat gesprochen. Sie setzte auch einmal dazu an und fragte ihn, welchen Eindruck er von Til gewonnen habe.

Da senkte Randolf nachdenklich den Kopf und sagte: „Was soll ich darauf antworten? Du würdest kein Wort glauben.“

„Er ist Ihnen also unsympathisch?“

„Wär er unsympathisch, gäb’s keine Probleme, Corinna. Mir ist im Gegenteil völlig klar, dass er über Anziehungskraft verfügt.“

„Das ist kein Fehler.“

„Nein, aber er weiß es zu gut, und er spielt sie aus. Er ist mir ein bisschen zu geschickt, vielleicht sogar durchtrieben. Zum Beispiel kann ich ihm den unter Minderwertigkeitskomplexen leidenden, schlichten Handwerksburschen nicht abkaufen, den hat er mir vorgespielt. In Wirklichkeit, glaube ich, hat er ein höchst stabiles Selbstbewusstsein. Ihm sind nur die Anforderungen unbequem, die ihm durch dich gestellt werden. Denn hat man einen Partner wie dich, muss man mitziehen. Das passt ihm nicht. Deshalb ist er gefährlich. Er versucht, dich von deiner Linie abzubringen.“

„O nein, nein!“, widersprach Corinna. „Anfangs hat er manchmal auf den Sport geschimpft, jetzt überhaupt nicht mehr.“

Randolf lachte. „Eben, weil er schlau ist.“ Dann sagte er ernst: „Hüte dich vor einer übereilten Heirat, Corinna, Tilman Riedel wird alle Register ziehen, dich zu überreden. Aber bevor du nicht sicher bist, dass ihm dein Wohl, ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist als sein eigenes — und das ist schließlich ein Kriterium der Liebe! —, halte ihn auf Distanz.“

„Er liebt mich“, sagte Corinna.

„Ja, das behauptet er wohl zehnmal am Tag.“

Sie drehte sich um und sagte verstimmt: „Er beweist es auch zehnmal am Tag.“

Später überdachte sie Randolfs Worte und kam zu dem Schluss, dass manches richtig sein mochte. Sie selbst hatte sich auch geärgert über die Art, wie Til Randolfs Fragen ausgewichen war. Aber Randolfs Zweifel an Tils Liebe zu ihr hielt sie für eine totale Fehleinschätzung und auch für anmaßend, denn wie konnte Randolf urteilen, ohne zu wissen, was alles Til für Corinna tat. Til war genügsam, er brauchte nicht viel. Aber Corinna sollte es schön haben, sollte im Schaukelstuhl sitzen, Negerküsse essen, sollte eine Überraschung erleben, für die Til bereit war, fünfzehn Stunden am Tag und auch noch am Wochenende zu arbeiten.

 

Kapitän Corinna von Christa Grasmeyer: TextAuszug