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Das Gold der Templer. Ein historischer Roman über den Verbleib des Templerschatzes anno domini 1307 ( Das Gold der Templer, Teil 1) von Ulrich Hinse
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Preis E-Book:
7.99 €
Buch:
12.80 €
Veröffentl.:
02.03.2014
ISBN:
978-3-86394-603-6 (Buch), 978-3-86394-601-2 (E-Book)
Sprache:
deutsch
Umfang:
ca. 216 Seiten
Kategorien:
Belletristik/Fantasy/Geschichte, Belletristik/Action und Abenteuer, Belletristik/Krieg & Militär, Belletristik/Politik, Belletristik/Thriller/Spannung, Belletristik/Thriller/Geschichte
Abenteuerromane, Historischer Roman, Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Politik, Thriller / Spannung, Kriegsromane, Historische Kriminalromane
Templer, Spanien, Templerschatz, Jaques de Molay, Ponferrada, Pyrenäen, Philipp IV., Frankreich, Johanna von Navarra
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„So sei es“, antwortete der Abt und die Steinmetze begannen unverzüglich mit ihrer Arbeit. Dann rief Jan seinen ehemaligen Ritter Robert de Boron zu sich.

„Bruder, ich habe Euch rufen lassen, weil ich etwas Wichtiges mitzuteilen habe. Um auf dem Jakobsweg flüchtenden Tempelrittern Unterstützung zu gewähren, werde ich von unserem Vermögen Depots anlegen. Diese Depots werden die Templer finden, wenn sie folgendes beachten: An den Kirchen auf dem Weg sind Tau-Kreuze eingemeißelt. Nicht an einer Stelle. Sie werden schon suchen müssen. Die Anzahl der Tau-Kreuze bezeichnet aber die Meilen die noch zu bewältigen sind, um an das Depot zu gelangen. Das Depot selbst wird durch ein Wegkreuz gekennzeichnet und hinter dem Kreuz befindet sich in einer Entfernung von ebenso vielen Schritten, wie Meilen zu bewältigen waren, die vergrabenen Amphoren mit den Golddukaten. Hier sollen sie das entnehmen, was sie brauchen und den Rest für nachfolgende Ritter liegen lassen. Wir legen noch Elfenbeintäfelchen dazu. Darauf wird neben der Anzahl der Taukreuze stehen: Nimm nur was nötig und denke an die folgenden Brüder. Diese Elfenbeintäfelchen werden wir in unseren Kirchen auf dem Jakobsweg deponieren und zwar immer hinter einem Stein, dort wo das Totenlicht steht. Dies teile ich Euch mit, damit Ihr Euer Wissen an die Flüchtenden weitergebt. Aber nur an Templer. An niemanden sonst.“

Robert de Boron stand vor ihm in seiner braunen Kutte und hatte Tränen in den Augen.

„Bruder Jan. Ich danke für Euer Vertrauen, so wie es auch Großmeister Jaques de Molay tat“, schluchzte er, „ich werde das, was Ihr mir anvertraut habt, gemäß meines Ordensgelübdes nur an Templer weitergeben. Ich war im Tempel besorgt, als ich erfuhr, dass Ihr als so junger Mann die Führung unseres Zuges übertragen bekamt, aber jetzt weiß ich, dass es die beste Lösung war.“

Er trat einen Schritt vor und umarmte Jan van Koninck, wobei er ihn fest an sich drückte.

„Ich bin sicher, Ihr werdet es schaffen. Ihr werdet nach Ponferrada gelangen. Wenn Ihr dort seid, denkt einmal an mich. Ich werde jeden Tag für Euch beten.“

Dann ließ Robert den Templer los, drehte sich schnell um, damit der seine Tränen nicht weiter sah und huschte zurück in die Kirche, deren Portal weit offen stand und in dem er verschwand wie in einem tiefen Schlund.

„Ja, Robert, geht in Gottes Namen“, murmelte Jan hinter ihm her. Dann begutachtete er die Arbeit der Steinmetze und war überrascht, wie schnell sie mit den Kreuzen vorankamen. Und das war gut so, denn schon bald mussten Sie weiter. Nicht nur, um den Mönchen nicht weiter zur Last zu fallen, sondern um möglichst schnell ihr Ziel Ponferrada zu erreichen. Mit sich zufrieden, ging er langsam über den Klosterhof. Er wollte sich nach getaner Arbeit in seine Zelle zurückziehen, die ihm Abt Bernhard zugewiesen hatte, als sein Knappe Gisbert de Lille aufgeregt entgegen kam.

„Ritter Jan, es gibt Probleme“, erklärte der Knappe aufgeregt, wobei er sich unruhig umblickte. Jan legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.

„Na, Gisbert, dann kommt mal mit in meine Zelle. Da könnt Ihr mir ungestört und unbeobachtet erzählen, was Euch bedrückt und welche Probleme Ihr seht.“

Gemeinsam ging sie zum Wohngebäude des Klosters. Niemand nahm sie zur Kenntnis.

Kaum in der Zelle angekommen, stürzte es auch schon aus dem Knappen heraus.

„Der Kommandant von Bezu hat etwas vor.“

Jan runzelte die Augen und schaute seinen Knappen ungläubig an.

„Was sollte Ritter Pierre de Montbeliard denn vorhaben? Er ist freiwillig mit uns geritten. Er ist Mitglied unseres Ordens und er hat Gehorsam gegenüber allen gelobt, die ihm Befehle geben können und dazu gehöre nun mal ich. Bisher habe ich keine Zweifel an seiner Loyalität.“

„Ritter Jan, der Kommandant hat seinen Knappen fortgeschickt. Der hat sein Pferd genommen und ist nicht geritten, sondern hat die Hufe umwickelt und es an der Hand den Weg hinunter geführt, den wir gekommen sind. Das macht doch niemand, der ein reines Gewissen hat.“

Jan van Koninck blies seine Backen auf und ließ die Luft langsam wieder hinaus.

„Wenn es so war, wie Ihr es sagt und daran habe ich keine Zweifel, werde ich mit Ritter Pierre einmal reden müssen. Ich danke Euch, dass Ihr den Mut hattet, es mir sofort zu erzählen.“

Sein Knappe schlug die Augen nieder. Fast verlegen meldete er sich noch einmal zu Wort.

„Herr, ich kam nicht sofort. Es ist schon ein paar Tage her. Direkt nach unserer Ankunft hier am Kloster. Ich habe nur gedacht, dass der Knappe irgendetwas holt. Aber er ist bis heute noch nicht wieder zurück. Deshalb glaube ich auch, dass Ritter Pierre de Montbeliard etwas vorhat.“

Jan van Koninck wurde jetzt sehr ernst.

„Gisbert de Lille, Ihr seid mein Knappe und ich erwarte von Euch zukünftig, dass Ihr sofort zu mir kommt, wenn Euch etwas auffällt, was unseren Wagenzug behindern könnte. Unser Überleben hängt ganz wesentlich davon ab. Merkt Euch das. Und nun holt mir Ritter Pierre unverzüglich her.“

Der Knappe war froh entlassen zu sein und eilte zu den Wagen hinüber, wo er nach de Montbeliard suchte.

 

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